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Hamburg & Schleswig-Holstein Deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit in Hamburg

Das Wort

(Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild)

Trotz Corona-Krise geht es auf dem Hamburger Arbeitsmarkt bergauf. Im Vergleich zum August sank die Zahl der Arbeitslosen im September um 4,7 Prozent. Auch die Zahl der Menschen in Kurzarbeit nimmt ab. Gleichwohl gibt es viel mehr Arbeitslose als vor einem Jahr.

Hamburg/Kiel (dpa/lno) - Die Zahl der Arbeitslosen in Hamburg ist trotz Corona-Krise im September überraschend deutlich gesunken. Insgesamt seien 85 591 Hamburgerinnen und Hamburger arbeitslos gemeldet gewesen, teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Kiel mit. Das sei im Vergleich zum August ein Rückgang um 4216 oder 4,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Zahl der Arbeitslosen den Angaben zufolge jedoch um 20 998 oder 32,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote sank gegenüber dem August um 0,4 Punkte auf 8,0 Prozent. Vor einem Jahr habe die Quote noch bei 6,1 Prozent gelegen.

Auch die Zahl der Arbeitnehmer in Kurzarbeit sei rückläufig, erklärte der Chef der Hamburger Agentur für Arbeit, Sönke Fock. Seit Beginn der Corona-Pandemie im März hätten fast 25 000 Betriebe für rund 376 000 Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet. Tatsächlich umgesetzt hätten im Juni die Kurzarbeit gut rund 13 200 Betriebe für knapp 171 500 Beschäftigte. Im Mai seien es noch etwa 16 000 Betriebe mit insgesamt 191 400 Beschäftigten gewesen.

"Zum Ende des Sommers haben wir zwei gegenläufige Entwicklungen im Monatsvergleich", erklärte Fock. So sei bei Ausländern (minus 5,3 Prozent) und unter 25-Jährigen (minus 8,5 Prozent) die Zahl der Arbeitslosen deutlicher gesunken als bei den übrigen Jobsuchenden (minus 4,7 Prozent). Die Zahl der Langzeitarbeitslosen sei im Vergleich zum August um 786 oder 3,6 Prozent gestiegen. Als langzeitarbeitslos gilt jemand, der mehr als zwölf Monate keine berufliche Tätigkeit ausübte oder eine berufliche Qualifizierung besuchen konnte.

Sechs Monate vor Beginn der Corona-Pandemie hatten sich laut Fock 6400 Hamburger arbeitslos gemeldet. Nun - ein halbes Jahr nach der Kontaktsperre - sei die Zahl mit 6425 annähernd gleich hoch. Damit sei bei den Zugängen in die Arbeitslosigkeit fast das Vorjahresniveau erreicht. "Ein gutes Zeichen, denn im April hatten wir noch 10 500 Meldungen, im Mai waren es über 8000, im Juli noch über 7200", betonte Fock.

Noch besser sehe es bei der Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung aus. Insgesamt 6971 Frauen und Männer hätten im September einen neuen Job aufgenommen. Das seien 14,5 Prozent mehr als vor einem Jahr, als laut Arbeitsagentur 6089 Hamburger eine neue Stelle antraten. Insgesamt gab es den Angaben zufolge im Juli hochgerechnet 995 400 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Hamburg. Das sei dasselbe Niveau wie vor einem Jahr. "Zum Vormonat verzeichnen wir einen leichten Verlust von 2500 oder 0,3 Prozent", erklärte Fock.

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