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Hamburg & Schleswig-Holstein Dohnanyi warnt vor grüner Bürgermeisterin

Klaus von Dohnanyi (SPD), Erster Bürgermeister Hamburgs (a.D.), auf dem Podium. Foto: Markus Scholz/dpa

(Foto: Markus Scholz/dpa)

Hamburg (dpa/lno) - Hamburgs Alt-Bürgermeister Klaus von Dohnanyi (SPD) hat am Samstagabend bei einer Podiumsdiskussion vor einer grünen Bürgermeisterin in der Hansestadt gewarnt. Mit Blick auf die guten Umfrageergebnisse der Grünen für die nächste Bürgerschaftswahl sagte Dohnanyi: "Wir müssen dafür sorgen, dass die Stadt in den richtigen Händen bleibt." Er sorge sich um die Verzögerung von dringend notwendigen Infrastrukturprojekten wegen Umweltschutzes. "Alle Leute sagen Klima, Klima, Klima. Aber wir müssen auch auf die Arbeitsplätze schauen."

Der aktuelle Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) betonte, dass der Hafen kein Widerspruch zum Umweltschutz sei. "Wir müssen ja nicht wie China werden", sagte er mit Bezug auf schnelle Umsetzungen von Bauprojekten, "aber allein auf Radwegen kommen wir nicht ins 21. Jahrhundert." Die Gefahr sei nicht, dass es eine Koalition gegen den Hafen gebe, sondern dass man eine Einzelentscheidung gegen den Hafen treffe. "Wir müssen den Ehrgeiz haben, den innovativen Vorsprung zu halten. Dann wird aus einer Klimaschutzstrategie eine Industriestrategie."

Auch der ehemalige Bürgermeister Ole von Beust (CDU) bedauerte die langwierige Umsetzung von Entscheidungen in Hamburg: "Wenn Infrastrukturprojekte von Beschluss zu Beginn 16, 17 Jahre dauern, verlieren wir den internationalen Anschluss." Er habe das Gefühl, dass wir dabei seien, die industrielle Grundlage in Deutschlands Stück für Stück zu zerdeppern. Alt-Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) strich die Bedeutung des Hafens für Hamburg heraus: "Der Hafen ist die DNA dieser Stadt". Wie er sich weiterentwickelt, sei eine Zukunftsfrage für Hamburg.

Die Podiumsdiskussion fand anlässlich des 101. Todestages des ehemaligen Hapag-Generaldirektors Albert Ballin in der Universität Hamburg statt. Moderiert wurde die Veranstaltung vom stellvertretenden Chefredakteur des "Hamburger Abendblatts", Matthias Iken. An der Diskussion nahm auch Hamburgs Bürgermeister von 1997 bis 2001, Ortwin Runde (SPD), teil.

PM Hapag-Lloyd

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