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Hamburg & Schleswig-Holstein Doll sorgt sich um Ex-Club HSV und lobt Neu-Coach Thioune

Der frühere HSV-Trainer Doll sieht den HSV vor dessen dritter Saison in der 2. Bundesliga unter besonderem Druck. Foto: Peter Steffen/dpa/Archivbild

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Hamburg (dpa/lno) - Der frühere HSV-Trainer Thomas Doll sieht seinen ehemaligen Club vor dessen dritter Saison in der 2. Fußball-Bundesliga unter besonderem Druck. "Hoffentlich klappt es diesmal. Sonst habe ich Angst, dass der HSV in der sportlichen Versenkung verschwindet und über Jahre keine Rolle mehr spielt", sagte der 54-Jährige der "Bild" (Freitag). Doll hatte 1990/91 und von 1998 bis 2001 für den HSV gespielt sowie den Verein von 2004 bis 2007 in der Bundesliga trainiert.

In der abgelaufenen Saison hatte der ehemalige Nationalspieler "wie alle Fans ohne Ende" mit dem Hamburger SV gelitten. "Es hat sehr weh getan, dass eine Riesen-Chance zum Aufstieg förmlich weggeworfen wurde", meinte der Ex-Stürmer. Die Hanseaten hatten durch ein 1:5 gegen den SV Sandhausen am letzten Spieltag den Relegationsplatz und damit ihre letzte Aufstiegschance verspielt.

Neben der Unterstützung durch die Fans, die wegen der Corona-Krise nach dem Ende der Pandemie-Zwangspause nicht ins Stadion durften, fehlten Dolls Ansicht nach "sogenannte Drecksäcke". "Ein paar Typen, die dem Gegner genau aufzeigen: soweit - und nicht weiter...", sagte er. Daher begrüßt er die Verpflichtung von Klaus Gjasula (30) vom Bundesliga-Absteiger SC Paderborn. "So ein Profi hat dem Kader eben in der vergangenen Spielzeit gefehlt. Einer, der auch mal die gegnerischen Spieler vor dem Strafraum stoppt."

Positiv bewertet Doll den neuen Trainer Daniel Thioune. Er kenne den Nachfolger von Dieter Hecking zwar nicht. "Aber ich finde seine Verpflichtung gut und freue mich, dass der HSV diesen mutigen Weg einschlägt", sagte er. "Ein Coach, der schon mal in Osnabrück etwas aufgebaut hat. Thioune ist ein guter Griff, denke ich."

Um dem klammen Verein zu helfen, setzt Doll auf finanziell potente Geldgeber aus der Stadt: "Hamburg soll ja die meisten Millionäre in Deutschland haben. Da muss sich doch jemand finden, der unserem HSV unter die Arme greift." Der langjährige Investor und Anteilseigner Klaus-Michael Kühne hat sein Engagement zumindest vorerst zurückgefahren.

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