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Hamburg & Schleswig-Holstein Durchbruch bei Tarifverhandlungen für Groß- und Außenhandel

Eine Warnweste mit der Aufschrift

(Foto: Tom Weller/dpa/Symbolbild)

Hamburg (dpa/lno) - Nach gut fünfmonatigen Verhandlungen und etlichen Warnstreiks haben die Gewerkschaft Verdi und der Unternehmensverband AGA ihren Tarifstreit um die Entlohnung der rund 60.000 Beschäftigten im Hamburger Groß- und Außenhandel beigelegt. In der fünften Verhandlungsrunde einigten sich die Tarifparteien am Freitag rückwirkend zum 1. Oktober auf eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 3 Prozent. Ein weiteres Plus von 1,7 Prozent gebe es zum 1. April 2022, teilten Verdi und der Unternehmensverband AGA mit. Die Ausbildungsvergütungen steigen demnach rückwirkend zum 1. August um 30 Euro und am 1. August 2022 um weitere 20 Euro. Der Tarifvertrag habe eine Laufzeit von 24 Monaten.

"Das ist der Verdienst der Streikenden und Aktiven in den Betrieben", sagte Verdi-Verhandlungsführerin Heike Lattekamp. Sie hätten trotz aller Spaltungsversuche der Arbeitgeber auf der Straße Flagge gezeigt und sich nicht spalten lassen. Lattekamp sprach von einem großen Erfolg für die Beschäftigten. Keine Verständigung habe es jedoch über eine gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeitserklärung der Tarifverträge gegeben.

AGA-Verhandlungsführer Michael Fink sagte, mit dem Abschluss sei das wichtige Ziel erreicht worden, trotz schwieriger Rahmenbedingungen den Flächentarifvertrag zu erhalten. "Der ungewöhnlich späte Abschluss zeigt, wie schwer sich beide Seiten in dieser Runde getan haben, ihre unterschiedlichen Standpunkte zusammenzuführen." Mit fünf Monaten Nullrunde könne die finanzielle Belastung der Unternehmen für 2021 zumindest in Teilen abgefedert werden. "Längerfristige Planungssicherheit gibt den Firmen zudem die Laufzeit von 24 Monaten."

Ursprünglich hatte Verdi für die Beschäftigten eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 5,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten gefordert. Die Arbeitgeber hatten bei einer Laufzeit von 24 Monaten eine Erhöhung um 2 Prozent ab dem 1. Dezember und eine weitere Erhöhung um 2 Prozent ab dem 1. August 2022 vorgeschlagen.

© dpa-infocom, dpa:211022-99-698645/3

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