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Hamburg & Schleswig-Holstein Entwarnung: Gasleck mit Explosionsgefahr

Gasnetzbetreiber und Feuerwehr sichern und überprüfen das Gelände in Neuallermöhe nach einem Gasalarm.

(Foto: Daniel Bockwoldt/dpa)

Bei Bauarbeiten in Hamburg-Neuallermöhe trifft ein Bagger eine Gasleitung in einem Wassergraben. Das hat am Samstag enorme Auswirkungen. Betroffen sind nicht nur Wohnhäuser in der Nähe. Auch Autofahrer und Bahnreisende müssen Geduld mitbringen.

Hamburg (dpa/lno) - Weil ein Bagger in einem Wassergraben bei Aufräumarbeiten eine Gasleitung getroffen hat, ist es am Samstag in Hamburg zu einem Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr gekommen. Aufgrund des sprudelnden Lecks sind nicht nur die Autobahn 25 im Bereich Neuallermöhe, sondern auch die Zugstrecke in der Region für mehrere Stunden gesperrt worden, wie Sprecher von Polizei und Bahn am Samstag sagten. Zudem wurden Anwohner über eine amtliche Warnung der Feuerwehr gebeten, ihre Häuser vorsichtshalber zu verlassen beziehungsweise Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Gaswolke hatte sich weit ausgebreitet, der Gasgeruch war an vielen Orten wahrnehmbar.

Der Bagger, der eigentlich den Wassergraben von Ästen und Baumwurzeln befreien sollte, hatte Samstagmittag plötzlich auch die quer durch den Graben verlaufende, 30 Zentimeter dicke Gasleitung mit herausgerissen. Die unmittelbar daneben liegende größere Gasleitung blieb unversehrt. Wäre die auch getroffen worden, hätte der Einsatz einem Polizeisprecher zufolge auch bis zu zehn Stunden dauern können. So aber - und weil die Mitarbeiter des Energieversorgers Gasnetz Hamburg die Leitung zum Leck schnell schließen konnten - war der Einsatz nach gut drei Stunden beendet.

Zwischenzeitlich wurden die Züge zwischen Berlin und Hamburg umgeleitet und Fahrgäste mussten Verspätungen von rund 30 Minuten einplanen und auch auf der Autobahn 25 brauchten die Autofahrer Geduld.

Feuerwehr und Polizei waren mit vielen Rettungskräften im Einsatz. Allein die Polizei hatte eigenen Angaben zufolge rund 150 Beamte nach Neuallermöhe geschickt. Die Einsatzkräfte waren zunächst von einer akuten Explosionsgefahr ausgegangen und hatten um das Gasleck herum ein Sperrgebiet in einem Radius von 1000 Metern eingerichtet. Im schlimmsten Fall hätten rund 7500 Menschen untergebracht werden müssen, sagte ein Polizeisprecher weiter. Die nächsten Häuser standen einige Hundert Meter von dem Gasleck entfernt.

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) lobte am Samstag auf Twitter die Arbeit in Neuallermöhe. "Guter Job der Einsatzkräfte und von Gasnetz Hamburg. Vielen Dank für das schnelle Eingreifen und viel Erfolg bei der Reparatur der Leitung!", schrieb der Politiker in einem Tweet.

Dem Energieversorger Gasnetz Hamburg zufolge ist ein Schaden dieser Art gerade im ländlichen Bereich ohne Wohnbebauung eher selten. Innerstädtisch sei das dagegen häufiger der Fall, sagte ein Unternehmenssprecher am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Da gebe es Jahre mit dreistelligen Fallzahlen. "Das lässt sich vermeiden, wenn die Baufirmen vorher ins Geodaten-Informationssystem schauen". In dieser öffentlich zugänglichen Landkarte sind unter anderem Gas- und Wasserleitungen eingezeichnet. Erdgas ist eigentlich geruchlos, aus Sicherheitsgründen wird es aber mit einem riechenden Mittel versetzt, damit es im Fall eines Lecks wahrgenommen werden kann.

Trotz des Gaslecks habe es keine Versorgungsunterbrechungen für das Wohngebiet gegeben, da es über eine tiefer liegende Leitung versorgt wird, so der Sprecher weiter. Die abgerissene Leitung soll nun wahrscheinlich zu Wochenbeginn repariert werden. Dann werden kleine Spundwände in den Graben eingebaut, um den Schaden beheben zu können. "So lange der Gasaustritt gestoppt ist, geht von dem Leck keinerlei Gefahr mehr aus."

Quelle: dpa

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