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Hamburg & Schleswig-Holstein Eon und Schleswig-Holstein Netz erhalten "Trübe Funzel"

Strommasten stehen bei St. Margarethen (Schleswig-Holstein) auf einem Feld. Foto: Marcus Brandt/Archiv

(Foto: Marcus Brandt/Archiv)

Kiel (dpa/lno) - Der Bund der Energieverbraucher hat dem Energieversorger Eon und dem zum Konzern gehörenden Netzbetreiber Schleswig-Holstein Netz für besonders verbraucherunfreundliches Verhalten den Negativpreis "Trübe Funzel" verliehen. In einem Fall sei bei Verbrauchern über knapp zehn Jahre der Stromzähler nicht abgelesen worden, teilte der Bund der Energieversorger am Donnerstag mit. Eigene Zählerstandsmeldungen seien ignoriert oder als "unplausibel" zurückgewiesen worden.

Stattdessen hätten die Verbraucher auf ihrer Abrechnung nur Verbrauchsschätzungen gefunden. Eon erklärte, die nicht plausiblen Ablesungen seien "korrigiert" worden. Nach Angaben des Bundes der Energieverbraucher hat Eon erst 2017 aufgrund wiederholter Nachfragen der Verbraucher eine Ablesung durch Schleswig-Holstein Netz vornehmen lassen.

Dabei sei ein deutlich höherer Verbrauch festgestellt worden. Eon habe daraufhin eine Neuberechnung der letzten 10 Jahren vorgenommen. Die geforderte Nachzahlung habe sich auf fast 7300 Euro belaufen. Die Aufforderung zur Stellungnahme ließ Eon unbeantwortet, wie der Bund der Energieverbraucher erklärte. Die Schleswig-Holstein Netz AG habe mitgeteilt, sie könne aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Angaben machen.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) ist das Verhalten von Eon kein Einzelfall. Ein weiterer, ähnlich gelagerter Fall mit Eon liege vor. Der VZBD habe bereits eine Verbraucherwarnung zum Verhalten von Eon herausgegeben. Für Eon ist es bereits die zweite "Trübe Funzel" seit dem Jahr 2017.

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