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Hamburg & Schleswig-Holstein Ermittlung zum Tod einer Frau durch Fahnenmast vor Abschluss

Blumen liegen vor dem Kieler Rathaus, nachdem eine 23-Jährige von einem Fahnenmast erschlagen wurde. Foto: Wolfgang Schmidt/dpa/Archivbild

(Foto: Wolfgang Schmidt/dpa/Archivbild)

Kiel (dpa/lno) - Die Kieler Staatsanwaltschaft hofft, die Ermittlungen zum Tod einer 23-Jährigen durch einen umgestürzten Fahnenmast auf dem Kieler Rathausplatz noch im Januar abschließen zu können. Oberstaatsanwalt Michael Bimler sagte am Mittwoch auf Anfrage, dass die Aussagen aller 18 Augen- und 46 Ohrenzeugen vorliegen, die sahen und hörten, wie der von einem 7,5 Tonner angefahrene Fahnenmast sofort abknickte und die junge Auszubildende während einer Vereidigung erschlug.

Auch das Gutachten zur Rekonstruktion des Unfalls liegt inzwischen vor. Der Lastwagen fuhr demnach mit einer Geschwindigkeit von etwa fünf Kilometern pro Stunde, als er rückwärts den Fahnenmast rammte. Dass der 14 Meter hohe Mast sofort wie ein Streichholz umknickte, liegt nach einem anderen Gutachten an Materialfehlern. Die Staatsanwaltschaft prüft in dem Verfahren um fahrlässige Tötung daher auch ein mögliches Mitverschulden des Herstellers, sagte Bimler.

Zu den für eine Abschlussverfügung zu klärenden weiteren Fragen gehört auch, ob der Fahrer des 7,5-Tonners zu diesem Zeitpunkt an der Unfallstelle rangieren durfte und vom Beifahrer richtig eingewiesen wurde. Die Stadtverwaltung hatte aufgrund des Materialgutachtens umgehend fünf weitere Fahnenmasten gleicher Baureihe vom Rathausplatz entfernen lassen.

Die Getötete hatte sich an ihrem ersten Ausbildungstag als städtische Angestellte am 3. August mit 50 weiteren neuen Azubis für ein gemeinsames Foto auf dem Rathausplatz versammelt.

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