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Hamburg & Schleswig-Holstein Erneuerbare Energie im Norden 2021 seltener abgeregelt

Windräder stehen auf einem Feld im Sönke Nissen Koog nahe der Nordsee.

(Foto: Christian Charisius/dpa/Bildarch)

Wenn Windräder trotz steifer Brise still stehen müssen, weil die Stromnetze überlastet sind, ist das ein teures Ärgernis. In Schleswig-Holstein hat sich der Trend aber gedreht. Abregelungen werden weniger und es gibt Hoffnung auf weitere Entspannung.

Kiel (dpa/lno) - Trotz des Ausbaus der Erneuerbaren Energien in Schleswig-Holstein ist die Menge des abgeregelten Stroms deutlich gesunken. 2021 betrug sie nach Zahlen der Bundesnetzagentur 1356 Gigawattstunden (GWh) an Land und 500 GWh auf See. Das bedeute eine Halbierung innerhalb von zwei Jahren, teilte Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Tobias Goldschmidt (Grüne) am Donnerstag mit. 2020 waren im Norden noch 3066 GWh abgeregelt worden, 2019 waren es 3749 GWh.

Für 2021 erwartet die Bundesnetzagentur Entschädigungsansprüche für Abregelungen in Schleswig-Holstein in Höhe von 238 Millionen Euro. Davon entfallen 138 Millionen Euro auf Erzeugung an Land und 100 Millionen Euro auf Windenergie auf See. Die Entschädigungsansprüche der Anlagenbetreiber sanken trotz gestiegener Strompreise im Vergleich zum Vorjahreswert von 332 Millionen Euro deutlich.

Zu Abregelungen kommt es, wenn zum Beispiel bei kräftigem Wind mehr Strom produziert als verbraucht wird und der überschüssige Strom wegen fehlender Leitungen nicht in andere Bundesländer oder ins Ausland transportiert werden kann.

Goldschmidt wertete die Zahlen als eine sehr gute Nachricht für die Energiewende im Norden. "Unsere Erfolge beim Netzausbau sind klar zu erkennen." Jeder Meter gebaute Stromleitung beseitige Netzengpässe und bringe die Energiewende weiter voran. "Jede zusätzlich ins System gebrachte Kilowattstunde erneuerbarer Strom verringert unsere Abhängigkeit von fossilen Energieimporten", betonte Goldschmidt.

Der positive Trend in Schleswig-Holstein sei vor allem auf Fortschritte beim Netzausbau zurückzuführen, etwa den Ersatzneubau der 110-Kilovolt-Leitung im südlichen Dithmarschen, die neue Mittelachse und den ersten Abschnitten der Westküstenleitung. Auch das vergleichsweise schwache Windjahr habe Einfluss auf die Zahlen gehabt. Schleswig-Holsteins Anteil an den bundesweiten Abregelungen sei 2020 erstmals unter 50 Prozent gesunken und habe 2021 noch knapp 32 Prozent betragen.

Für die kommenden Jahre ist nach Goldschmidts Angaben ein erneuter Anstieg der Engpassmaßnahmen nicht auszuschließen. Das liege in erster Linie am Zubau bei der Stromerzeugung in Schleswig-Holstein. Hier könne die Stromleitung Suedlink große Erleichterung bringen, über die große Strommengen von Nord- nach Süddeutschland transportiert werden sollen. Es müssten aber auch Möglichkeiten geschaffen werden, Strom verstärkt vor dem Netzengpass in Schleswig-Holstein zu nutzen, zum Beispiel bei der Produktion und Verarbeitung von Wasserstoff.

Quelle: dpa

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