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Hamburg & Schleswig-Holstein Filmemacher fordern mehr Geld für Serien aus der Hansestadt

Björn Vosgerau (l-r), Verena Gräfe-Höft, Frauke Kolbmüller, Michael Lehmann vor einem Hauseingang am Schulterblatt. Foto: Georg Wendt/dpa

(Foto: Georg Wendt/dpa)

Hamburg (dpa/lno) - Hamburger Filmemacher, darunter auch Starregisseur Fatih Akin, haben mehr Geld für Serien aus der Hansestadt gefordert. "Es ist jetzt an der Zeit, sich zu bekennen, sonst werden die großen Serien der Zukunft woanders gedreht", sagte Michael Lehmann, Vorsitzender der Geschäftsführung von Studio Hamburg, am Montag.

Sollte es demnächst keine spezielle Serienförderung geben, fürchten die Produzenten eine Abwanderung nach Berlin, München oder Nordrhein-Westfalen, wo es eine derartige Förderung bereits gebe. Als Beispiel nannte Lehmann die international sehr erfolgreiche Serie "Bad Banks", die Studio Hamburg entwickelt habe, die jedoch in Luxemburg, Frankfurt und Berlin gedreht wurde.

"Es gibt international ein großes Interesse an deutschen Serien", sagte Björn Vosgerau von Wüstefilm. Diese Chance dürfe man nicht verstreichen lassen. Dabei ginge es vor allem um hochwertige Serien für Streaming-Dienste, nicht so sehr um Fernsehserien, die im Auftrag von TV-Sendern produziert werden wie "Großstadtrevier" oder "Notruf Hafenkante". Bisher gebe es zwar eine Entwicklungsförderung, aber keine Produktionsförderung, um solch große Projekte wie zum Beispiel die Serie "Babylon Berlin" zu realisieren. Als Budget fordern die Produzenten, darunter auch Verena Gräfe-Höft von Junafilm, rund 1,5 bis 2 Millionen Euro jährlich, je nach förderungswürdigen Projekten.

Verteilt werden soll das Geld von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH), die im vergangenen Jahr rund 12,5 Millionen Euro für regionale Filme ausgab. Ein Großteil der Zuschüsse floss in Kinoproduktionen, etwa 600 000 Euro in die Produktionsförderung von Fernsehserien. Einen ähnlichen Antrag will die FDP am Mittwoch in die Hamburger Bürgerschaft einbringen.

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