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Hamburg & Schleswig-Holstein GEW verlangt vom Land Entlastung für Lehrer

Eine Lehrerin schreibt in einer Schule an die Tafel. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

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Kiel (dpa/lno) - Die Gewerkschaft GEW fordert von der Landesregierung in Kiel einen Sonderetat für coronabedingten Mehraufwand an den Schulen. Wir brauchen umgehend zusätzliches qualifiziertes Personal, und zwar sowohl mehr Lehrkräfte als auch zusätzliche Schulassistentinnen und Schulassistenten, ebenso Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter", sagte die GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke am Montag. Zudem müssten die Klassenlehrer entlastet werden.

Die GEW verwies auf eine Online-Befragung mit 1132 Beteiligten, nach der 59 Prozent der Lehrer im Corona-Regelbetrieb mehr arbeiteten als vor der Pandemie. 53 Prozent sehen ihre Schule nur schlecht oder sehr schlecht auf eine erneute Phase des Fernunterrichts vorbereitet.

Die Botschaft der Befragten sei eindeutig, dass Corona zu enormen zusätzlichen Belastungen an den Schulen führe. "Durchsetzung der Hygienemaßnahmen, gestiegener Beaufsichtigungsaufwand und zusätzliche pädagogische Förderung sind enorme Belastungsfaktoren", erklärte die GEW. Schließlich kämen diese Aufgaben zu den normalen Aufgaben einer Lehrkraft hinzu. "Schon vor Corona haben Lehrerinnen und Lehrer zu viel gearbeitet", sagte Henke. "Die durch Corona hervorgerufene Mehrbelastung können sie aber nicht on top leisten."

Aus ihrer Sicht sollte es auch mehr Mittel für individuelle Fördermaßnahmen für Schüler geben. Auch bei der Digitalisierung hake es noch erheblich. "Nur peu à peu wird die digitale Ausstattung besser", sagte Henke. "Deshalb wundert es nicht, dass über 50 Prozent der Befragten eine schlechte oder sogar sehr schlechte Vorbereitung ihrer Schule auf eine erneute Phase des Fernunterrichts beklagen." Persönlich fühlten sich fast 50 Prozent der Lehrkräfte schlecht auf erneuten Fernunterricht vorbereitet. "Dieses Ergebnis ist mehr als erschreckend."

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