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Hamburg & Schleswig-Holstein Geflüchtete Frauen finden nur selten Weg in den Arbeitsmarkt

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Hamburg (dpa/lno) - Unter den geflüchteten Menschen, denen in Norddeutschland der Sprung aus der Arbeitslosigkeit gelingt, sind deutlich weniger Frauen als Männer. In Hamburg wurden im Mai insgesamt 345 Fälle registriert, in denen es zuvor arbeitslos gemeldete Geflüchtete in den ersten Arbeitsmarkt schafften – davon waren nur rund 11,6 Prozent Frauen, wie aus einer Berechnung auf Grundlagen von Zahlen der Arbeitsagentur hervorgeht. In Schleswig-Holstein ist der Anteil mit rund 9,0 Prozent noch geringer.

In dieser Statistik werden allerdings nur Menschen erfasst, die zuvor arbeitslos gemeldet waren. Der Aufenthaltsstatus eines Mitarbeiters muss dem Arbeitgeber nicht gemeldet werden. Deshalb kann nicht erfasst werden, wie viele Geflüchtete tatsächlich einen Job haben - und in welchem Verhältnis dieser Wert zur Anzahl der erwerbsfähigen Flüchtlinge steht.

In dieser Hinsicht aussagekräftiger ist eine Umfrage, die das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) durchführt, deren Ergebnisse allerdings erst mit zeitlicher Verzögerung und nicht nach Bundesländern aufgeschlüsselt präsentiert werden. Demnach waren im zweiten Halbjahr 2017 deutschlandweit 27 Prozent der geflüchteten Männer und nur sechs Prozent der geflüchteten Frauen erwerbstätig. Das IAB begründet diesen Unterschied unter anderem damit, dass geflüchtete Frauen häufiger als Männer in einem Haushalt mit Kleinkindern leben, um die sie sich kümmern müssen.

IAB-Bericht

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