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Hamburg & Schleswig-Holstein Geflügelpest in Nordfriesland und Hamburg nachgewiesen

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Geflügelhalter in Schleswig-Holstein und Hamburg müssen derzeit besonders wachsam sein. In Nordfriesland und Hamburg wurden Wildvögel mit dem Vogelgrippe-Virus gefunden. Zuletzt war im Winter 2016/17 ein größerer Ausbruch der Tierseuche registriert worden.

Kiel/Hamburg (dpa/lno) - Bei Wildvögeln in Nordfriesland und Hamburg ist Geflügelpest aufgetreten. Das Friedrich-Loeffler-Institut in Greifswald habe die Fälle bestätigt, teilten das Landwirtschaftsministerium in Kiel und die Hamburger Verbraucherschutzbehörde am Freitag mit. Nun müssen die Geflügelhalter in dem Kreis Nordfriesland ihre Bestände in Ställen unterbringen.

In Hamburg wurden die Halter in der Umgebung des Fundortes einer infizierten Wildente informiert. Das Monitoring zur Erkennung der Geflügelpest in Hamburg sei verstärkt worden. Weitere Schutzmaßnahmen seien aktuell nicht notwendig, hieß es. Polizisten hätten die infizierte Ente am Donnerstag gefunden. Das Tier habe einen verletzten Eindruck gemacht und sei eingeschläfert worden. Das Friedrich-Loeffler-Institut habe bestätigt, dass es sich um das Geflügelpest-Virus H5N8 handele.

Die Vogelgrippe ist eine Infektionskrankheit, die vor allem bei Wassergeflügel, aber auch anderen Vögeln vorkommt. Die hochpathogene Variante verläuft bei Hausgeflügel mit schweren allgemeinen Krankheitszeichen. Sie kann laut Friedrich-Loeffler-Institut auch auf den Menschen übertragen werden. Nach Angaben der Hamburger Verbraucherschutzbehörde wurden solche Fälle aber bislang weltweit nicht nachgewiesen.

Den letzten Geflügelpestfall hatte es in Schleswig-Holstein bis dato im März 2018 gegeben. Zuvor gab es größere Ausbrüche 2016/17. In Hamburg war der letzte Fall im Februar 2017 aufgetreten, wie ein Sprecher der Verbraucherschutzbehörde sagte.

Vor wenigen Tagen war in den Niederlanden Geflügelpest bei Höckerschwänen nachgewiesen worden. Das Friedrich-Loeffler-Institut hatte Anfang Oktober erklärt, mit dem Herbstzug der Vögel sei ein hohes Risiko für das Einschleppen hochansteckender Vogelgrippe-Viren nach Deutschland zu erwarten. Die Experten mahnten zu erhöhter Wachsamkeit gegenüber Wildvögeln, die krank oder tot gefunden werden. Im Sommer war das Vogelgrippegeschehen laut Friedrich-Loeffler-Institut mit letzten Ausbrüchen in Bulgarien und Ungarn in Europa zunächst zum Erliegen gekommen.

Nach Bekanntwerden eines Geflügelpest-Falls in Brandenburg im Januar dieses Jahres hatte Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) die Tierhalter zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen.

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