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Hamburg & Schleswig-Holstein Gelebtes Brauchtum: Biikefeuer vertreiben die Wintergeister

Zahlreiche Besucher betrachten das Biikefeuer. Foto: Angelika Warmuth/dpa/Archivbild

(Foto: Angelika Warmuth/dpa/Archivbild)

Seit grauer Vorzeit treiben die Friesen den Winter mit lodernden Flammen aus. Am 21. Februar können Gäste an Schleswig-Holsteins Westküste die uralte friesische Tradition erleben.

Bredstedt (dpa/lno) - Einen richtigen Winter mit Schnee und Frost hat es in diesem Jahr bislang nicht gegeben. Gleichwohl sagen ihm die Nordfriesen am 21. Februar den Kampf an. Mit den hoch lodernden Flammen der Biikefeuer wollen sie den Abendhimmel an Schleswig-Holsteins Nordseeküste rot erglühen lassen. Die Biike ist der älteste nordfriesische Brauch und gilt vielen Friesen als "Nationalfest". Im Dezember 2014 wurde das Jahresfeuer zum immateriellen Kulturerbe erklärt und besitzt damit eine überregionale Dimension. Biike ist das friesische Wort für "Feuerzeichen".

Das Spektakel war ursprünglich ein heidnisches Fest. Die Friesen haben es erfunden, weiß das Nordfriisk Institut (Nordfriesisches Institut) in Bredstedt. Der uralte Brauch geht auf einen Fackeltanz zurück, der zur Beschwörung eines fruchtbaren Jahres getanzt wurde.

Heute lodern jedes Jahr mehr als 60 Feuer an den Küsten des Festlands sowie auf den Halligen und den nordfriesischen Inseln. "Maaki di biiki ön", heißt es um 18.00 Uhr auf der Insel Amrum. Es zählt zu den ersten Biike des Tages. Das letzte wird in Dunsum auf der Insel Föhr gegen 19.15 Uhr angezündet werden.

Allein auf Föhr werden 14 Holzstöße brennen. Doch nicht nur an den Küsten, auch im Binnenland wird der Winter mit Flammen vertrieben. Unter anderem auf dem Dorfplatz in Klanxbüll, auf dem Stollberg bei Bordelum sowie in Niebüll auf dem Biikeplatz auf Deezbüll Burg. Wer nicht feiern, sondern nur sehen will, kommt auch auf seine Kosten: Seh-Leute können von List/Sylt und von Nordstrand aus die lodernden Flammenstöße von See aus erleben.

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