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Hamburg & Schleswig-Holstein Goldschmidt zu Gaslieferung: "Situation bleibt bitterernst"

Monika Heinold, Aminata Touré (M) und Tobias Goldschmidt auf dem Landesparteitag von Bündnis 90/Die Grünen.

(Foto: Marcus Brandt/dpa/Bildarchiv)

Kiel (dpa/lno) - Für Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Tobias Goldschmidt (Grüne) gibt es nach der Wiederaufnahme der russischen Gaslieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 keine Entwarnung: "Uns muss allen klar sein, dass die Situation bitterernst bleibt", teilte er am Donnerstag mit. Auch wenn nun vorerst wieder Gas durch Nord Stream 1 nach Deutschland geliefert werde, gebe es keine Garantie, dass dies in den kommenden Wochen und Monaten auch so bleibe. "Zumal die Pipeline nicht ihre volle Transportleistung wieder aufgenommen hat."

Die Landesregierung ist nach den Worten des Ministers sehr gut vorbereitet und werde die weiteren Entwicklungen aufmerksam verfolgen. "Es wird einige Tage dauern, bis wir ein klares Lagebild der Gassituation in Deutschland haben." Vom Kurs, die Abhängigkeit vom russischen Gashahn so schnell wie möglich zu beenden, werde nicht abgewichen. "Das bedeutet maximales Tempo beim Ausbau der Erneuerbaren, eine Diversifizierung der Gasbezugsquellen und Energiesparen, wo es nur geht", betonte Goldschmidt.

Für die Energieunternehmen müsse das Auffüllen der Gasspeicher oberste Priorität haben. "Als viertgrößte Industrienation der Welt hat sich Deutschland von einem Despoten im Kreml abhängig gemacht. Das muss so schnell wie möglich aufhören", forderte der Minister.

Wenn Bevölkerung, Wirtschaft und Politik solidarisch seien und weiter Energie sparten, könne man gut durch den Winter kommen. "Solidarität bedeutet auch, dass wir diejenigen nicht aus dem Blick verlieren, die finanziell weniger haben." Vieles deute darauf hin, dass die Gaspreise weiter steigen werden. Daher sind nach Goldschmidts Überzeugung weitere zielgerichtete Entlastungen für einkommensschwache Gruppen nötig.

Nach einer mehrtägigen Wartung von Nord Stream 1 waren die Gaslieferung durch die deutsch-russische Gaspipeline am Donnerstagmorgen wieder angelaufen.

Quelle: dpa

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