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Hamburg & Schleswig-Holstein Hamburger Wirtschaft: Leicht optimistischer Blick in Zukunft

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Hamburgs Wirtschaftskapitäne gehen in diesem Jahr trotz Corona-Pandemie von wieder etwas besseren Ergebnissen aus. Insgesamt zeigten sie sich jedoch ziemlich zurückhaltend - nachdem sie bei ihren Prognosen für das vergangene Jahr derart daneben lagen.

Hamburg (dpa/lno) - Hamburgs Wirtschaft blickt nach dem für viele Unternehmen katastrophalen Corona-Jahr 2020 zaghaft, aber doch einigermaßen optimistisch in die Zukunft. "Corona wird vorübergehen", sagte der Präsident des AGA Unternehmensverbands, Hans Fabian Kruse, am Montagabend beim online abgehaltenen Jahresauftakt des Übersee-Clubs. "Lassen Sie uns auf unseren Stärken aufbauend die Zukunft gestalten." Ähnlich äußerten sich auch Spitzenvertreter der Hafenwirtschaft, des Einzelhandels, des Tourismus, des Handwerks, der Medien, der Industrie und der Finanzwirtschaft - nachdem sie sich beinahe alle für ihre teils völlig falschen Prognosen zu Beginn des vergangenen Jahres entschuldigt hatten.

Der Präsident des Unternehmensverbands Hafen Hamburg, Gunther Bonz, hatte für 2020 beispielsweise einen Umschlag von knapp neun Millionen Standard-Containern (TEU) vorhergesagt. Tatsächlich wurden es dann wegen der Corona-Pandemie knapp 8,5 Millionen TEU. In diesem Jahr erwartet er nun im Hafen eine leichte Steigerung von weniger als einem Prozent und einen Gesamtumschlag von 140 Millionen Tonnen und 8,7 Millionen TEU.

"Noch nie waren meine Prognosen für den Einzelhandel so falsch wie im letzten Jahr und noch nie waren sie so unsicher wie zu Beginn diesen Jahres", sagte der Präsident des Einzelhandelsverbands Nord, Andreas Bartmann. Während der Lebensmittel- und Onlinehandel glänzende Geschäfte mache, bange etwa die Schuh- und Textilbranche um ihre Existenz. "Bundesweit rechnen wir in diesem Jahr mit einem Verlust von über 15 000 Geschäften, für Hamburg bedeutet das etwa 1300 Geschäfte, die die Corona-Krise nicht überstehen werden."

Ähnlich falsch in seiner Prognose zum Vorjahr lag der Geschäftsführer der Hamburg Tourismus GmbH, Michael Otremba, der für 2020 ein Rekordjahr vorhergesagt hatte - und nun davon ausgeht, dass eine Erholung vom Lockdown wohl Jahre dauert. Das werde ein Marathon, von dem aber anders als beim echten Marathon nicht klar sei, ob er dann nach 42 Kilometern auch tatsächlich zu Ende sei.

Sowohl Handwerkskammer-Präsident Hjalmar Stemmann als auch der Vorstandsvorsitzende des Industrieverbands Hamburg, Matthias Boxberger, zeigten sich für ihre Branchen relativ zuversichtlich. Noch bessere Aussichten versprach der Vorstandssprecher der Hamburger Sparkasse AG, Harald Vogelsang, für die Finanzwirtschaft. Für risikobereite Anleger sei 2020 schon ein goldenes Jahr gewesen. Der DAX etwa habe trotz Corona das Jahr mit einem Plus von 3,5 Prozent abgeschlossen. "Für Aktionäre wird auch 2021 ein weiteres Jahr des Aufschwungs werden." Er halte einen DAX mit 15 000 Punkten für durchaus vorstellbar. "Die aktuellen Aktienkurse sind für die Zukunftsaussichten von uns allen ein wesentlich besserer Indikator als die Anzahl der Impfdosen aktuell", sagte Vogelsang.

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