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Hamburg & Schleswig-Holstein Hamburger schludern beim Altpapier: Mehr Müll während Corona

Ein großer Stapel mit Altpapier liegt auf der Straße. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

(Foto: Daniel Reinhardt/dpa)

Seit Monaten sind die Hamburger im Lockdown. Die Restaurants sind dicht, es wird mehr zu Hause gekocht und es entsteht mehr Müll. Wenn man sich die stets vollen Container fürs Altpapier anschaut, könnte man meinen, auch davon gibt es mehr - stimmt aber nicht.

Hamburg (dpa/lno) - Die Hamburger schludern bei der Entsorgung ihres Altpapiers. Volle Container und daneben wild entsorgte Kartonagen ließen zwar den Eindruck entstehen, dass der Altpapier-Anfall in Corona-Zeiten zugenommen habe, sagte Kay Goetze, Sprecher der Stadtreinigung, der Deutschen Presse-Agentur. Dies sei jedoch nicht der Fall. Vielmehr habe das Gewicht des im Corona-Jahr 2020 in Hamburg gesammelten Altpapiers im Vergleich zum Vorjahr sogar um 2500 Tonnen abgenommen.

Allein bei den Sammelcontainern seien es 500 Tonnen weniger gewesen. "Das Bild in der Öffentlichkeit suggeriert hier etwas anderes", sagte er. "Richtig ist aber, dass es hier ein Volumen-Thema ist." Die Hamburger entsorgten ihre Kartons häufig ohne sie zu falten, zu zerkleinern oder zu zerreißen. "Und somit ist das Volumen der großen Depotcontainer schnell ausgefüllt."

Mit 20 Extra-Kolonnen sei die Stadtreinigung seit Ende Oktober nahezu täglich unterwegs, um die "illegalen Beistellungen" zu beseitigen und die Containerplätze sauber zu halten. "Das ist aus unserer Sicht in dieser Dimension überflüssig, wenn alle ein wenig mithelfen und an den nächsten denken würden."

Die Müllmenge insgesamt habe mit der Corona-Pandemie aber durchaus zugenommen, sagte Goetze. Etwa beim Restmüll, wo 2020 rund 8000 Tonnen zum Vorjahr hinzugekommen seien. Ein Anstieg von 1,8 Prozent. Um acht Prozent oder knapp 6000 Tonnen ging es beim Biomüll nach oben. "Auch hier ist der Konsum in den eigenen vier Wänden ein Grund." Zudem das Kochen zu Hause. "Außerdem hatte Hamburg das wärmste Jahr seit Wetteraufzeichnung und entsprechend einen starken witterungsbedingten Grünschnitt in den Gärten."

In der gelben Hamburger Wertstofftonne und dem gelben Sack war ebenfalls ein Corona-Effekt abzulesen. "Insgesamt 3000 Tonnen mehr Leichtverpackungen wurden eingesammelt." Wegen der geschlossenen Gastronomie würden in den eigenen vier Wänden eben mehr Verpackungen geöffnet, sagte Goetze. "Hier ist die Tonnage im Vergleich zu Bio und Restmüll auf den ersten Blick zwar geringer, dennoch reden wir von Leichtverpackungen und entsprechend stark gestiegenen Volumina."

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