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Hamburg & Schleswig-Holstein Höchststand bei Corona-Neuinfektionen in Hamburg: 14 Tote

Ein medizinischer Mitarbeiter entnimmt einer Frau für einen Corona-Test einen Abstrich. Foto: Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

(Foto: Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild)

Noch nie sind in Hamburg an einem Tag so viele Corona-Neuinfektionen registriert worden. Ob die hoch ansteckende Omikron-Variante jetzt in der Hansestadt dominiert?

Hamburg (dpa/lno) - Mit 1622 registrierten Corona-Neuinfektionen hat Hamburg an einem Tag so viele Fälle wie noch nie seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Die Sieben-Tage-Inzidenz kletterte dadurch am Donnerstag auf 360,4 und damit auf den zweithöchsten je gemessenen Wert, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Ob in der Hansestadt bereits die noch ansteckendere Omikron-Variante dominant ist und die Delta-Variante verdrängt hat, ist noch nicht gesichert. Es sei aber sehr wahrscheinlich, dass die Zahl der Omikron-Fälle massiv gestiegen sei und sich die in Südafrika entdeckte Variante rasant weiter ausbreite, sagte ein Sprecher.

Welche Folgen das für die Belegung der Krankenhäuser habe, werde sich voraussichtlich in zwei Wochen zeigen, sagte der Sprecher. Dann sei klar, wie viele Infizierte krank geworden und in Kliniken gebracht worden seien. Bislang legen einige Studien nahe, dass die Omikron-Variante zwar ansteckender, aber nicht so krankmachend ist - sofern ein vollständiger Impfschutz samt Booster besteht.

Die Hospitalisierungsrate - also die Zahl der neuen Corona-Krankenhauspatienten pro 100.000 Einwohner und Woche - lag in Hamburg nach Angaben des Robert Koch-Instituts am Donnerstag bei 2,86 - nach 2,54 am Mittwoch. Bundesweit lag sie bei 3,15 (Vortag 3,18). Der Wert ist zentral für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 können die Bundesländer jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängen.

Laut Gesundheitsbehörde lagen Stand Mittwoch 238 Covid-19-Patienten in den Kliniken der Hansestadt, davon 70 auf Intensivstationen. Das sind 17 beziehungsweise 7 mehr als am Dienstag. Dem Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin zufolge wurden am Donnerstag (Stand 10.30 Uhr) auf Hamburger Intensivstationen 66 Covid-19-Patienten behandelt, von denen 38 invasiv beatmet werden mussten. Das sind jeweils einer weniger als am Vortag.

Nach RKI-Angaben stieg die Zahl der nachgewiesenen Omikron-Fälle in Hamburg am Donnerstag um 36 auf nun 254. Die Zahl der über PCR-Tests ermittelte Verdachtsfälle erhöhte sich um 161 auf 1627. Damit liegt die Hansestadt nach Nordrhein-Westfalen und Bayern sowohl bei den bestätigten als auch bei den Verdachtsfällen auf Platz drei, bezogen auf die Einwohnerzahl sogar auf Platz eins. Die Zahl der seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit dem Virus in Hamburg gestorben Menschen stieg um 14 auf 1987.

Die bislang höchste Zahl an Neuinfektionen in Hamburg war mit 1336 am 21. Dezember gemeldet worden - ein Wert, der nun um 326 Fälle übertroffen wurde. Im Vergleich zum Vortag lag er um 383 höher, im Vergleich zur Vorwoche sogar um 556. Insgesamt haben sich seit Februar 2020 in der Hansestadt nun mindestens 139.887 Menschen infiziert; 119.300 davon gelten nach RKI-Schätzung als genesen.

Bei der Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche schrammte Hamburg nur um 0,5 am bisherigen Höchstwert von 360,9 am Tag vor Heiligabend vorbei. Am Mittwoch lag der Wert noch bei 333,3, vor einer Woche bei 355,4. Damit liegt Hamburg weiter deutlich über dem Bundesschnitt: Deutschlandweit lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstag nach RKI-Angaben bei 207,4. Das Institut wies jedoch darauf hin, dass während der Feiertage und zum Jahreswechsel mit einer geringeren Test- und Meldeaktivität zu rechnen sei, so dass sich ein unvollständiges Bild ergeben könnte.

Mindestens 79,2 Prozent der Hamburgerinnen und Hamburger sind dem RKI zufolge mindestens einmal geimpft; den vollständigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze haben demnach 76,9 Prozent. Eine Auffrischungsimpfung erhielten in Hamburg bisher 32,2 Prozent der Menschen. Bei den Erst- und Zweitimpfungen liegt Hamburg im Ländervergleich weiter auf dem dritten, bei den Booster-Impfungen auf dem vorvorletzten Platz.

Eine Gelegenheit, die Quote der Auffrischungsimpfungen nach oben zu treiben, bietet das Hamburger Rathaus an Neujahr. Statt des traditionellen Neujahrsempfangs wird dort im Kaisersaal von 11.00 bis 17.00 Uhr geboostert. Erst- und Zweitimpfungen gibt es nach Senatsangaben nicht. Eine vorherige Anmeldung ist nicht möglich. Dafür wird auf dem Twitterkanal des Senats und im Internet über aktuelle Wartezeiten informiert, wie der Senat mitteilte.

© dpa-infocom, dpa:211230-99-543166/3

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