Regionalnachrichten

Hamburg & Schleswig-Holstein Info-Boxen zur Arbeit der Seehundjäger aufgestellt

Ein junger Seehund robbt über den Strand bei Rantum (Schleswig-Holstein) auf der Nordseeinsel Sylt. Foto: Christian Charisius/Archiv

(Foto: Christian Charisius/dpa)

Tönning (dpa/lno) - Schleswig-Holsteins Seehundjäger wollen ihr Image verbessern. Die Nationalparkverwaltung hat dafür interaktive Informations-Boxen an der Nordseeküste aufgestellt. Über einen Touch-Screen auf dem Umzugskarton großen Holzkasten werden unter anderem Fragen zur Arbeit der Seehundjäger, aber auch zum Leben der Seehunde und Kegelrobben im Wattenmeer beantwortet. Dazu gehören auch Hinweise über zum Teil für Menschen gefährliche Krankheiten, die von den Tieren übertragen werden können.

Die Bezeichnung "Seehundjäger" gibt es nur in Schleswig-Holstein. "Es ist ein ganz alter Beruf an der Küste", sagte Seehundjäger Karl-Heinz Kolle am Dienstag in Tönning. Die Jagd auf Seehunde gehört heute jedoch trotz des Namens nicht mehr zu ihren Aufgaben. Heute schmücken sich rund 50 Ehrenamtler mit dem traditionellen Titel. "Wir sind stolz auf das, was wir machen", sagte Kolle.

Im vergangenen Jahr wurden Kolle und seine Kollegen zu rund 1650 Einsätzen an den Küsten gerufen, sagte Armin Jeß von der Nationalparkverwaltung: Sie mussten unter anderem 1100 tote Robben bergen und 300 kranke oder tödlich verletzte Tiere von ihren Leiden erlösen. Tierärzte können die Aufgaben der erfahrenen und gut ausgebildeten Seehundjäger nicht übernehmen, sagte der Leiter der Nationalparkverwaltung, Detlef Hansen: Die Tierärztekammer habe 2014 bestätigt, dass es keine Veranlassung gebe, die Untersuchung der so genannten Heuler durch Tierärzte vornehmen zu lassen.

Newsticker