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Hamburg & Schleswig-Holstein Nord-SPD trotzt Umfragetief mit Optimismus

Das Logo der SPD an einem Revers. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

(Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild)

Kiel (dpa/lno) - Neuer Veranstaltungsort, alte Sorgen - die SPD in Schleswig-Holstein bemüht sich trotz Wahlniederlagen und langanhaltenden Umfragetiefs um Zuversicht. Das machte Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer als Hauptredner beim traditionellen Neujahrsempfang von Landespartei und Fraktion am Dienstagabend in Kiel vor gut 300 Gästen deutlich, darunter CDU-Ministerpräsident Daniel Günther. Als Oberbürgermeister sei man zu Optimismus verpflichtet, sagte Kämpfer, der im Herbst mit einem sehr deutlichen Ergebnis wiedergewählt worden war.

Es sei Teil der Tragik der SPD, dass ihr Stolz über ihre Erfolge abhanden gekommen sei, sagte Kämpfer. Er rief seine Partei dazu auf, sich um die tatsächlichen Alltagsprobleme der Menschen zu kümmern. Der Jamaika-Koalition warf Kämpfer unter Hinweis auf den Mangel an bezahlbare Wohnungen vor, sie habe ohne Not die Mietpreisbremse und die Kappungsgrenze abgeschafft.

Die SPD stelle im neuen Jahr das Thema Arbeit besonders in den Mittelpunkt, sagte die Landesparteivorsitzende Serpil Midyatli. Fraktionschef Ralf Stegner verwies auf Differenzen in der Jamaika-Koalition bei diversen inhaltlichen Themen. Dies werde auf Dauer nicht unbedingt gut gehen. Zweifel an der neuen Parteiführung im Bund mit den Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans spielten in den Reden keine Rolle. Anders als sonst redete bei der Nord-SPD diesmal niemand aus der Bundesparteispitze - abgesehen von Midyatli, die seit kurzem SPD-Vize ist.

Dieser Neujahrsempfang war für die SPD eine Premiere: Nach vielen Jahren im traditionsreichen Veranstaltungszentrum "Traumfabrik" lud die Partei diesmal in die Craftbier-Brauerei Lillebräu ein. Die SPD habe etwas Neues ausprobieren wollen, sagte eine Sprecherin.

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