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Hamburg & Schleswig-Holstein Polizei schießt 38-Jährigen an: Hintergründe unklar

Ein Polizist sichert an einem Einsatzort in Glinde Spuren. Foto: Daniel Bockwoldt/Archivbild

(Foto: Daniel Bockwoldt/dpa)

Glinde (dpa/lno) - Nach den Schüssen auf einen 38-Jährigen während eines Polizeieinsatzes am Wochenende in Glinde (Kreis Stormarn) sind die Hintergründe weiter unklar. Eine Vernehmung des Mannes war bislang nicht möglich, wie die Lübecker Staatsanwaltschaft am Montag mitteilte. "Der Hintergrund des Geschehens ist noch ungeklärt und Gegenstand der weiteren Ermittlungen." Den Angaben zufolge bedrohte der 38-Jährige die Beamten mit einer vermutlich unechten Pistole.

Der Mann hatte der Polizei am Sonntag telefonisch mitgeteilt, dass er mit einem Messer Familienangehörige getötet habe. Er erwartete die Beamten auf der Straße vor dem Haus, hielt sich dabei eine echt aussehende Pistole an die Schläfe und drohte, sich damit zu erschießen. Plötzlich habe er die Waffe auf die Polizisten gerichtet und sei auf sie zugegangen.

Da er trotz Aufforderung nicht stehen geblieben sei, hätten die beiden Beamten auf seine Beine geschossen. Drei Kugeln trafen. Lebensgefahr bestand für den 38-Jährigen den Angaben zufolge nicht. Seine Familie war entgegen seiner Ankündigung wohlauf.

Die weiteren Ermittlungen hat die Mordkommission Lübeck übernommen. Sie ist auch für Schusswaffeneinsätze der Polizei zuständig, wie die Lübecker Oberstaatsanwältin Ulla Hingst sagte.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) erinnerte in dem Zusammenhang daran, mit welchen unberechenbaren Gefahren und Schwierigkeiten der Polizeiberuf verbunden sei. Im Bruchteil von Sekunden müsse vor Ort und unter Stress entschieden werden, wie zu reagieren sei, sagte der GdP-Landesvorsitzende Torsten Jäger.

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