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Hamburg & Schleswig-Holstein Prozess: Mehrjährige Haft um Brandanschläge gefordert

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in der Hand. Foto: picture alliance / David Ebener/dpa/Symbolbild

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Genau zwei Jahre nach den schweren Krawallen beim G20-Gipfel in Hamburg wollten drei Mitglieder der linken Szene angeblich erneut Brände legen. Die beiden Männer und eine Frau stehen seit Januar vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft ist von ihrer Schuld überzeugt.

Hamburg (dpa/lno) - Im Prozess um angeblich geplante Brandanschläge zum zweiten Jahrestag des G20-Gipfels in Hamburg hat die Generalstaatsanwaltschaft mehrjährige Haftstrafen für die drei Angeklagten gefordert. "Die Generalstaatsanwaltschaft geht davon aus, dass sich die Angeklagten wegen Verabredung zu einem Verbrechen strafbar gemacht haben", sagte ein Gerichtssprecher am Dienstag.

Die beiden Männer im Alter von 28 und 32 Jahren sowie eine 29-jährige Frau sollen in der Nacht zum 8. Juli vergangenen Jahres möglichst zeitgleiche Brandanschläge an vier Orten in Hamburg geplant haben. Unter den Zielen sei auch das Wohnhaus von Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) gewesen. Da es sich dabei um ein Wohnhaus handelt, geht die Generalstaatsanwaltschaft in diesem Fall von einer Verabredung zu einer schweren Brandstiftung aus. Die drei übrigen Ziele sollen Geschäftsräume und ein Fahrzeug zweier Immobilienunternehmen gewesen sein.

Für den 32-Jährigen beantragte die Generalstaatsanwaltschaft dreieinhalb Jahre Haft, für den 28-jährigen Mitangeklagten und die 29 Jahre alte Frau eine Strafe von jeweils drei Jahren. Die drei Beschuldigten waren in der Nacht zum 8. Juli 2019 in einem Park im Stadtteil Eimsbüttel von zivilen Polizisten festgenommen worden, bevor sie zur Tat schreiten konnten. Dabei waren laut Anklage vier mit Benzin gefüllte Plastikflaschen, Feuerzeuge, Handschuhe und schwarze Wechselkleidung bei dem Trio gefunden worden.

Die beiden Männer sitzen seit ihrer Festnahme in Untersuchungshaft, die Frau befindet sich auf freiem Fuß. Der Prozess läuft seit Anfang des Jahres. Die Verteidigung will am Donnerstag mit ihren Plädoyers beginnen.

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