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Hamburg & Schleswig-Holstein Prozess um Tod von Baby Mohamed: Bewährungsstrafen gefordert

Der Eingang des Strafjustizgebäudes in Hamburg. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Archivbild

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Hamburg (dpa/lno) - Im Prozess um den Tod des völlig abgemagerten Babys Mohamed hat die Verteidigung Bewährungsstrafen für die Eltern gefordert. Es gehe um eine fahrlässige Tötung durch Unterlassen, erklärten die Verteidiger am Freitag nach Angaben eines Gerichtssprechers. Der 34 Jahre alte Vater und die 33-jährige Mutter hätten die Gefahr für ihr Kind nicht gesehen und damit unbewusst fahrlässig gehandelt. Der Anwalt des Vaters sprach sich für eine Strafe im Bereich von einem Jahr und drei Monaten bis maximal ein Jahr und sechs Monate aus. Der Verteidiger der Mutter plädierte auf Bewährung für seine Mandantin, ohne eine konkrete Strafforderung zu stellen.

Das zweieinhalb Monate alte Baby war bei seinem Tod am 13. November 2017 bis auf die Knochen abgemagert und wog nur noch 2823 Gramm - weniger als bei seiner Geburt. Normal wären laut Gutachtern 4,7 Kilogramm gewesen. Der Junge hatte eine Dickdarmentzündung und litt unter Durchfall. Dennoch sollen die Eltern ihn nicht zum Arzt gebracht haben. Schließlich starb das Kind an Kreislaufversagen. Der marokkanische Vater und die in Kasachstan geborene Mutter mit deutscher Staatsangehörigkeit haben noch sechs weitere Kinder.

Die Staatsanwaltschaft hatte die Tat am Dienstag als Totschlag durch Unterlassen bewertet. Sie forderte für den Vater zwei Jahre und zehn Monate Gefängnis, für die Mutter zwei Jahre und sechs Monate. Nach der bislang ohne Zuschauer geführten Verhandlung soll das Urteil am kommenden Freitag öffentlich verkündet werden.

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