Regionalnachrichten

Hamburg & Schleswig-Holstein SPD-Landtagsfraktion will sich gegen Corona impfen lassen

Die SPD-Landesvorsitzende Serpil Midyatli. Foto: Frank Molter/dpa

(Foto: Frank Molter/dpa)

Signal der SPD zum Impfen gegen Corona: Die SPD-Landesvorsitzende Serpil Midyatli kündigt an, dass Landtagsfraktion und Landesvorstand impfbereit sind - und kritisiert Anti-Impf-Kampagnen.

Kiel (dpa/lno) - Die schleswig-holsteinische SPD-Landtagsfraktion und der SPD-Landesvorstand wollen sich gegen Corona impfen lassen, sobald in Deutschland ein Impfstoff zugelassen ist und zur Verfügung steht. "Für uns ist das eine Selbstverständlichkeit, denn schließlich geht es nicht nur um den Selbstschutz, sondern um den Schutz aller Menschen", sagte die SPD-Landesvorsitzende Serpil Midyatli in Kiel der Deutschen Presse-Agentur.

Massive Kritik übte die SPD-Landeschefin an Kampagnen gegen das Impfen. "Die derzeitigen Kampagnen der selbst ernannten Impfgegner, die alte Mythen mit grobem Blödsinn vermischen, sind eine gefährliche Desinformation", sagte Midyatli. Manche Kritiker versuchten, die Bevölkerung zu verunsichern und die eigenen Verschwörungstheorien oder zumindest das eigene verkorkste Weltbild zu verbreiten. "Wenn sich zu viele nicht impfen lassen, wird die Konsequenz sein, dass wir die Pandemie nicht in den Griff bekommen", warnte Midyatli.

Wer nachvollziehbare Bedenken gegen die neuen Impfstoffe habe, solle sich bei offiziellen Quellen oder den bekannten Faktencheckern informieren. Natürlich gebe es auch bei Impfungen "ein sehr geringes Restrisiko", sagte Midyatli. Dagegen stehe aber eine Krankheit, bei der das Todesrisiko um ein Vielfaches höher sei. "Man würde ja auch nicht auf eine Blinddarmoperation verzichten, weil es in sehr seltenen Fällen Narkoseschäden gibt", sagte Midyatli.

In England soll als erstem westlichen Land am kommenden Dienstag mit dem Impfen begonnen werden. Das Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer haben eine Notfallzulassung für ihren Corona-Impfstoff bekommen. In der Europäischen Union könnten erste Impfstoffe bis Ende Dezember zugelassen werden.

Regionales