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Hamburg & Schleswig-Holstein Schädel mit Hammer eingeschlagen: Prozess begonnen

Eine Statue der Justitia steht neben Aktenbergen. Foto: Volker Hartmann/dpa/Archivbild

(Foto: Volker Hartmann/dpa/Archivbild)

Weil er den eigenen Bruder geschlagen haben soll, wollen ihm zwei Verwandte eine Lektion erteilen. Einer der beiden jungen Männer greift zum Hammer. Der 22-Jährige habe aber nicht lebensgefährlich verletzt werden sollen, beteuert ein Angeklagter vor Gericht.

Hamburg (dpa/lno) - Sie sollen den Sohn ihrer Halbschwester angegriffen und lebensgefährlich verletzt haben: Seit Mittwoch müssen sich zwei Brüder im Alter von 19 und 22 Jahren vor einer Jugendstrafkammer des Hamburger Landgerichts verantworten. Der jüngere Bruder soll demnach das ebenfalls 22 Jahre alte Opfer mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen haben. Diesen Vorwurf der Staatsanwaltschaft räumte der Angeklagte ein. Der Verwundete erlitt laut Staatsanwaltschaft ein lebensgefährliches offenes Schädel-Hirn-Trauma und musste notoperiert werden.

Zu Beginn der Verhandlung verlas die Verteidigung die Einlassungen der beiden Angeklagten. Währenddessen stellte der Verteidiger des jüngeren Bruders seinem Mandanten mehrere Fragen - sehr zum Ärger des Richters. Nach kurzer Zeit unterbrach dieser die Verhandlung und machte klar: Die Fragen stelle er. 

Nach Angaben des jüngeren Angeklagten soll das Opfer am Vorabend der Tat seinen eigenen kleinen Bruder mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Erfahren habe das der 19 Jährige erst am nächsten Mittag. Zu diesem Zeitpunkt war er nach eigenen Angaben gerade aufgestanden, nachdem er bis in die frühen Morgenstunden mit Freunden mehrere Joints geraucht hatte.

Zusammen mit seinem älteren Bruder wollte er dann zur Wohnung seiner Halbschwester in der Bremer Straße in Hamburg-Harburg fahren, um dort deren älteren Sohn zur Rede zu stellen. Den Hammer habe er mitgenommen, weil ihm sein Opfer körperlich überlegen gewesen sei. Sein mitangeklagter Bruder betonte, von der späteren Tatwaffe nichts bemerkt zu haben. Als die Beschuldigten den 22-Jährigen zur Rede stellen wollten, sei der Streit eskaliert.

Als die Halbschwester der Angeklagten eingriff und die beiden vor die Tür drängte, sollen die Beschuldigten das Opfer mit dem Tod bedroht haben, wie die Staatsanwaltschaft ihnen vorwirft. Dem widersprach der jüngere Beschuldigte. Ob sein 22 Jahre alter Bruder gedroht habe, wollte der Angeklagte auf Nachfrage des Richters nicht sagen. Bei der Festnahme des 19-Jährigen wurden nach Informationen der Staatsanwaltschaft zwei Beutel mit Cannabisharz und Marihuana gefunden.

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