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Hamburg & Schleswig-Holstein Schleswig-Holstein will Nutzung von E-Scooter fördern

Ein E-Scooter nimmt am Straßenverkehr teil. Foto: Christoph Soeder/dpa/dpa-tmn/Archivbild

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Kiel (dpa/lno) - Die Jamaika-Koalition will die Nutzung von E-Tretrollern in Schleswig-Holstein erleichtern. Nach Ansicht von CDU, Grünen und FDP sollen E-Scooter und Co. in die Verkehrsplanung aufgenommen werden und der Bau von Abstellmöglichkeiten an zentralen Orten unterstützt werden. "Wir brauchen eine andere Aufteilung des öffentlichen Raums, wenn wir eine Verkehrswende wollen", sagte der Grünen-Verkehrspolitiker Andreas Tietze am Mittwoch im Landtag.

Erleichtert werden soll die Mitnahme in Bussen und Zügen. Zudem sollen die Roller künftig in die Verkehrserziehung an Schulen einbezogen werden. Die Diskussion über E-Scooter in Deutschland thematisiere im Wesentlichen die Risiken, kritisierte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP). Dabei seien diese eine Chance für Mobilität. Wer Miet-Scooter nach Nutzung auf die Straße werfe, könne für eine solche Ordnungswidrigkeit belangt werden.

E-Scooter könnten ein weiterer Baustein sein, die Straßen zu entlasten und die Nutzung des Nahverkehrs attraktiver zu machen, sagte Buchholz. Auch in Zukunft werde deshalb keiner mit einem solchen Fahrzeug von Plön nach Kiel fahren. "Aber ich denke beispielsweise an Pendler, die Elektrokleinstfahrzeuge auf der ersten und der letzten Meile - also zwischen Wohnort und ÖPNV beziehungsweise zwischen ÖPNV und Arbeitsort nutzen können."

Kritik kam von der SPD: Mehr Roller im Straßenverkehr würden nicht zur Senkung der Unfallzahlen beitragen, sagte der SPD-Verkehrspolitiker Kai Vogel. Die E-Tretroller würden eher als Spaßfahrzeug genutzt. "Die E-Scooter waren ursprünglich als Ersatz für kurze Autofahren gedacht. Doch das hat überhaupt nicht geklappt." Zudem würden diese in Großstädten wie Hamburg oder Berlin überall abgestellt. Vogel verwies mit Blick auf die geringe Haltbarkeit der E-Scooter auf das Problem des anfallenden Elektroschrotts.

Nach Ansicht des AfD-Umweltpolitikers Volker Schnurbusch ist es noch ein weiter Weg, bis E-Roller Autofahrten ersetzen. Derzeit fehlten noch breitere Radwege und angemessene Parkflächen. E-Scooter hätten zudem noch keinen Beweis ihrer Nachhaltigkeit erbracht.

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