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Hamburg & Schleswig-Holstein Schleswig-Holsteins Spargelsaison lief trotz Corona gut

Ein Erntehelfer hält während eines Pressetermins auf einem Feld frisch gestochenen Spargel. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Archivbild

(Foto: Daniel Bockwoldt/dpa/Archivbild)

Qualität und Preise des Spargels sind in diesem Jahr in Schleswig-Holstein gut. Die Spargelbauern sind zufrieden - obwohl Wetter und Corona zunächst den Start erschwert hatten.

Rendsburg (dpa/lno) - Schleswig-Holsteins Spargelbauern zeigen sich mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden. Trotz eines schwierigen Starts mit Nässe und Stürmen sowie coronabedingten Problemen mit der Rekrutierung von Erntehelfern konnten sie nach Angaben der Landwirtschaftskammer eine ordentliche Saison 2020 verbuchen. Das liege besonders an den guten Preisen, wie eine Kammer-Sprecherin sagte. Die Ware war von guter Qualität und zum Teil seien Preise um die 13,90 Euro pro Kilogramm erzielt worden. Aktuell seien es immer noch ungefähr 11 Euro. "Normalerweise bewegen sich die Preise auf dem Niveau von 8,90 Euro", sagte sie.

Auch Probleme mit Erntehelfern seien größtenteils bewältigt worden. Obwohl Einreisebeschränkungen wegen des Coronavirus zum Saisonstart gelockert wurden, hatten viele Spargelbetriebe Schwierigkeiten, die notwendigen Arbeitskräfte aus dem Ausland zu bekommen. Die meisten hätten mit weniger Saison-Kräften auskommen müssen als in den Vorjahren, sagte Spargel-Experte Thomas Hanf. Letztendlich seien "die meisten Betriebe zu einem geregelten Betrieb gekommen."

Spargel wird im nördlichsten Bundesland als erstes frisches Gemüse des Jahres rund acht Wochen lang bis zum 24. Juni gestochen. Dieser "Johanni" ist seit Beginn des 19. Jahrhunderts der letzte Erntetag des leckeren Liliengewächses.

Hintergrund ist, dass die Spargelstange, die auf unseren Tellern landet, im Grunde nur der Stamm der Spargelpflanze ist. Sie besitzt einen unterirdischen Wurzelstock, der in dicken Sprossen nach oben treibt. Sobald der Spross die Erdoberfläche durchstößt, bildet er Chlorophyll und verfärbt sich. Damit der Spargel auch im folgenden Jahr wieder Spargeltriebe erzeugen kann, muss er "durchwachsen" und über der Erde einen grünen Busch bilden.

Nach Angaben der Landwirtschaftskammer muss der Spargel mindestens 100 Tage lang Energie durch Photosynthese erzeugen und in den Wurzeln sammeln, um im Frühjahr wieder neu austreiben zu können. "Deswegen wird am Johannistag der letzte Spargel gestochen."

In Schleswig-Holstein gibt es derzeit rund 45 Spargel-Betriebe. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer ernten sie auf 400 Hektar ungefähr 1900 Tonnen des Stangengemüses. Schleswig-Holsteines Spargel wird zu 90 Prozent direkt vermarktet.

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