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Hamburg & Schleswig-Holstein Sechseinhalb Jahre für brutalen Raubüberfall in Norderstedt

Auf der Richterbank liegt ein Richterhammer. Foto: Uli Deck/Archiv

(Foto: Uli Deck/dpa)

Die beiden Mittäter wurden bereits wegen eines Überfalls auf ein Ehepaar in Norderstedt verurteilt. Sie legten aber Revision ein. Jetzt schickt das Kieler Landgericht den Drahtzieher für mehrere Jahre in Haft.

Kiel (dpa/lno) - Für einen brutalen Raubüberfall in Norderstedt bei Hamburg muss der 56-jährige Drahtzieher sechseinhalb Jahre in Haft. Das Kieler Landgericht sprach den Angeklagten am Montag des versuchten besonders schweren Raubes in Tateinheit mit Körperverletzung schuldig. Das Urteil wurde nach Angaben eines Gerichtssprechers unmittelbar nach Verkündung rechtskräftig, weil alle Seiten auf Revision verzichteten. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre und zehn Monate, die Verteidigung dreieinhalb Jahre beantragt.

Laut Anklage hatte der 56-Jährige im Dezember 2017 den Raubüberfall auf das Einfamilienhaus einer vietnamesischen Familie geplant und dafür unter anderem einen Elektroschocker, Kabelbinder und einen Transporter beschafft sowie mehrere Mittäter eingesetzt. Während zwei Mittäter demnach als Paketboten verkleidet in das Haus eindrangen und dabei die Ehefrau eines Eigentümers durch einen Sturz schwer verletzt wurde, konnte die Tochter der Familie im Obergeschoss noch die Polizei rufen. Dann wurde sie mit einem Elektroschocker getasert und wie ihre Mutter geknebelt. Die Mutter war auch noch mit Kabelbindern gefesselt worden.

Einer der Täter wurde noch am Tatort, ein weiterer wenig später festgenommen. Der Angeklagte, der in der Nähe auf die Beute wartete, und ein weiterer Mann konnten fliehen. Zwei Mittäter wurden bereits im Juni 2018 vom Landgericht Kiel zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Sie legten aber ebenso wie die Staatsanwaltschaft Revision ein, so dass diese Urteile noch nicht rechtskräftig sind.

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