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Hamburg & Schleswig-Holstein Senator kritisiert Bundeskanzleramt wegen Schulschließungen

Ties Rabe (SPD), Senator für Schule und Berufsbildung in Hamburg. Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild

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Hamburg (dpa/lno) - Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe (SPD) hat das Bundeskanzleramt wegen der Verlängerung der Schulschließung bis zum 14. Februar kritisiert. Schließen gehe leicht, Öffnen sei viel schwerer, sagt er der Wochenzeitung "Die Zeit". "Manchmal habe ich den Eindruck, dass man im Bundeskanzleramt nicht in der vollen Tiefe erkennt, dass eine Schule nicht wie ein Computer kurz ab- und wieder angeschaltet werden kann."

Die Schulen seien ein empfindlicher Riesenbetrieb mit bundesweit elf Millionen Menschen, stellte Rabe fest. Eltern, Schüler und Lehrkräfte müssten mit großen pädagogischen Herausforderungen umgehen. Grundlage dafür seien klare und feste Strukturen und Abläufe. "Genau diese festen Regeln und Strukturen haben wir jetzt monatelang immer wieder geändert - je nach Lage der Pandemie."

Der Senator warnte vor den seelischen und sozialen Folgen der Schulschließung: "Wir hören von Kinderärzten und Psychologen, dass sie in ihrer Praxis beunruhigende Beobachtungen machen. Ich glaube, dass dieses Jahr tiefe Spuren hinterlassen wird." Er wünschen sich bundesweit einen Stufenplan zur Öffnung, der sich an Inzidenzwerten orientiert.

© dpa-infocom, dpa:210127-99-192935/2

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