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Hamburg & Schleswig-Holstein ThyssenKrupp setzt auf U-Boot-Teile aus dem 3D-Drucker

Blick auf die Werftanlagen von ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) an der Förde. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild

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Kiel (dpa/lno) - ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) will in Kiel Bauteile für U-Boote vermehrt im 3D-Drucker fertigen lassen. Dies habe entscheidende Vorteile gegenüber herkömmlich produzierten Komponenten, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Entsprechende Qualitäts- und Sicherheitszulassungen lägen vor. Mit der Übernahme des ThyssenKrupp TechCenter Additive Manufacturing (Mülheim an der Ruhr/Nordrhein-Westfalen) kämen nun die benötigte Technik und Expertise an die Kieler Förde. Die Übernahme solle bis Juni abgeschlossen werden.

"Der 3D-Druck eröffnet uns ganz neue Potenziale", sagte TKMS-Vorstand Luis Alejandro Orellano. "In der Konstruktion müssen wir nicht mehr überall die Grenzen herkömmlicher Fertigungsverfahren berücksichtigen." So bekämen die Kunden Freiräume in der Gestaltung der Boote. "Gleichzeitig können wir Komponenten schneller und kostengünstiger herstellen", sagte Orellano. Die dafür notwendigen Expertise und Maschinen nach Kiel zu holen, sei die Voraussetzung dafür, künftig kleinere Chargen schnell und unkompliziert in Serie drucken zu können.

Mit den Druckern könnten komplexere Strukturen hergestellt werden, die zudem stabiler, belastbarer und leichter seien als durch übliche Produktionsverfahren hergestellte Komponenten, erläuterte TKMS. So könnten bei einem im 3D-Drucker hergestellten Hydraulikblock für ein U-Boot 83 Prozent des Gewichts eingespart werden - von 14 auf 2,1 Kilogramm.

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