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Hamburg & Schleswig-Holstein Tschentscher: Corona-Auflagen auch über Ostern erforderlich

Peter Tschentscher (SPD) spricht auf einer Landespressekonferenz. Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild

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Keine Gottesdienste, keine großen Familienfeiern und erst recht keine Tagesausflüge in die Nachbarländer. Für Hamburger sind die Möglichkeiten an Ostern 2020 wegen der Corona-Krise begrenzt.

Hamburg (dpa/lno) - Reisebeschränkungen, Kontaktver- und Abstandsgebote - die Corona-Krise lässt den Menschen in Hamburg nur wenig Spielraum. Tagesausflüge an den Osterfeiertagen nach Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern sind ebenso tabu - und werden von der Polizei auch überwacht - wie große Familienfeiern. Selbst die an den Feiertagen beliebten Gottesdienste in Kirchen sind nicht zulässig. "Die derzeit geltenden Einschränkungen fallen uns schwer. Sie sind aber zum Schutz von Leben und Gesundheit bis auf Weiteres erforderlich - auch über das Osterwochenende", sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) in einer Video-Botschaft.

Das Verwaltungsgericht Hamburg lehnte unterdessen den Eilantrag von Mitgliedern verschiedener Glaubensgemeinschaften sowie einer Gemeinde ab, das bis zum 30. April befristete Verbot von Gottesdiensten in Kirchen aufzuheben. Die Richter entschieden, dass das Verbot die Glaubensfreiheit nicht in unzulässiger Weise verletze. Gegen die Entscheidung können die Antragsteller Beschwerde beim Hamburgischen Oberverwaltungsgericht erheben. Wegen der Corona-Pandemie sind in Hamburg unter anderem Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen und Synagogen untersagt.

Die Seemannsmission will zu Ostern einen Online-Gottesdienst für Seeleute im Seemannsclub Duckdalben feiern und die Andacht im Internet veröffentlichen. Zudem stelle sie sie als Video für Kreuzfahrt- und Handelsschiffe bereit. "Wir reagieren damit auf die enge Lebenssituation der Seeleute, die mit ihren Kreuzfahrtschiffen etwa im Hamburger Hafen aufliegen", erklärte Markus Wichmann, Leiter der Seafarers Lounges, den Dependancen der Seemannsmission Hamburg an den Kreuzfahrtterminals. Denn die Crews und Redereien stünden vor dem Problem der Einreisebeschränkungen der Heimatländer, in denen die Infektionsraten teils sehr hoch seien.

Wer aus dem Ausland über Hamburg in die Bundesrepublik einreist, muss sich nun sofort für zwei Wochen in Quarantäne begeben. Ausnahmen gälten nur für Menschen, die beruflich bedingt grenzüberschreitend Personen, Waren und Güter transportieren. Auch Bau- und Saisonarbeitskräfte, Soldaten oder Polizisten, die aus dem Einsatz im Ausland zurückkehren, sowie Mitarbeiter von Luft-, Schiffs-, Bahn- oder Busverkehrsunternehmen seien nicht betroffen, teilte der Senat mit. Damit werde eine zwischen dem Bund und den Ländern abgestimmte einheitliche Regelung umgesetzt.

In der Debatte um Lockerungen der Corona-Auflagen setzt Bürgermeister Tschentscher auf ein bundesweit einheitliches Vorgehen. "Der Ausstieg muss koordiniert erfolgen, damit keine Bewegungen über die Landesgrenzen entstehen, die ein neues Infektionsrisiko darstellen - zum Beispiel wenn ein Land bestimmte Geschäfte wieder öffnet und ein anderes noch nicht", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Das föderale System in Deutschland erfordert in dieser Lage, dass sich die Länder gut koordinieren."

Die Zahl der an Covid-19 erkrankten Hamburger stieg derweil seit Mittwoch um 148 auf 3518. Die Zahl der Toten habe sich um 4 auf 33 erhöht, teilte die Gesundheitsbehörde am Donnerstag mit. Insgesamt befänden sich nun 260 Covid-19-Patienten im Krankenhaus. Auf einer Intensivstation liegen 79 Corona-Patienten. Am Vortag waren 252 Covid-19-Kranke in einer Klinik und ebenfalls 79 auf einer Intensivstation behandelt worden. In Anlehnung an die Berechnung des Robert Koch-Instituts (RKI) schätzt die Behörde die Zahl derjenigen, die die Covid-19-Erkrankung bereits überstanden haben, auf etwa 2000. Am Tag zuvor seien es etwa 1900 gewesen. Die nächsten offiziellen Fallzahlen will die Behörde erst wieder am 16. April vorlegen.

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