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Hamburg & Schleswig-Holstein Tschentscher macht keine Hoffung auf Restaurantbesuch 2020

Peter Tschentscher, der Erste Bürgermeister in Hamburg. Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild

(Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild)

Hamburg ist mit Blick auf die Corona-Neuinfektionen auf einem guten Weg: Nur in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sind die Zahlen niedriger. Lockerungen des Teil-Lockdowns wird es aber wohl in der Hansestadt dennoch nicht so bald geben.

Hamburg (dpa/lno) - Die Hamburger können auch bei einem Absinken des Corona-Inzidenzwertes auf unter 50 in der Stadt in diesem Jahr nicht mehr auf einen Restaurant- oder Theaterbesuch hoffen. Zwar hätten Bund und Länder bei der Verlängerung des Teil-Lockdowns bis zum 10. Januar am Mittwoch auch vereinbart, dass auf besondere Entwicklungen reagiert werden könne, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Abend nach den Beratungen mit seinen Länderkollegen und der Kanzlerin. Es könne aber nicht davon ausgegangen werden, dass die Schließungen der Hamburger Gastronomie- und Kultureinrichtungen zurückgenommen werden könne, selbst wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen unter den Grenzwert von 50 falle.

Zunächst müsse die Entwicklung des Infektionsgeschehens nach den Lockerungen der Kontaktbeschränkungen über Weihnachten und Silvester abgewartet werden, sagte Tschentscher. Verlässliche Werte werde es vor dem 4. Januar, wenn die Ministerpräsidenten erneut mit der Kanzlerin beraten werden, kaum geben.

Nach vier Wochen Teil-Lockdown sei die Entwicklung in Deutschland unterschiedlich. Je nach Bundesland steige die Zahl der Neuinfektionen weiter, stagniere oder gehe zurück, "wie zum Beispiel bei uns in Hamburg", sagte der Bürgermeister. "Wir müssen jetzt unbedingt stabil werden, möglichst niedrige Infektionszahlen haben."

In Hamburg war der Inzidenzwert am Dienstag erstmals seit Anfang Oktober wieder unter die 100er-Marke gefallen. Am Mittwoch lag er laut Gesundheitsbehörde bei 93,4. Mitte November war er auf knapp 170 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche gestiegen.

Große Hoffnung setzt der frühere Laborarzt Tschentscher auf die baldige Verfügbarkeit von Impfstoffen. "Wir sind jetzt sehr konkret vor der Situation, dass es wirksame Impfstoffe geben wird." Es sei davon auszugehen, dass der Impfstoff der Firmen Biontech/Pfizer bereits Ende dieses Monats verfügbar sei, der des US-Unternehmens Moderna Anfang Januar und Impfstoffe weiterer Hersteller noch im ersten Quartal 2021, sagte er.

Trotz der Verlängerung des Teil-Lockowns sei vereinbart worden, dass die sogenannte November- beziehungsweise Dezemberhilfe für besonders betroffene Unternehmen nicht im Januar fortgeführt wird. Stattdessen greife die Überbrückungshilfe III, sagte Tschentscher, räumte aber ein, dass die von Zwangsschließungen betroffenen Unternehmen damit schlechter gestellt seien. "Die Überbrückungshilfe III ist weniger günstig als die November/Dezemberhilfe, aber sie ist besser in den Bedingungen als das, was wir bisher als Überbrückungshilfe hatten."

Die Verteilung der finanziellen Lasten zwischen Bund und Ländern sei kein Thema bei den Beratungen gewesen. Er verfolge aber in den Medien, "was einige in Berlin darüber denken", sagte Tschentscher. "Ich kann nur sagen, dass wir enorme Anstrengungen auch auf Länderebene derzeit haben, die Folgen der Pandemie abzumildern für die Wirtschaft, für die Kultur, für den Sport."

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