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Hamburg & Schleswig-Holstein Unterernährtes Baby Mohamed stirbt: Prozess ohne Zuschauer

Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen angebracht. Foto: Oliver Berg/Archivbild

(Foto: Oliver Berg/dpa)

Der kleine Körper abgemagert, die Haut faltig: Die Eltern hätten sehen müssen, wie schlecht es ihrem Baby Mohamed geht - davon ist die Anklage überzeugt. Doch ein Arzt wird nicht gerufen, das unterernährte Kind stirbt. Nun beginnt der Prozess gegen die Eltern.

Hamburg (dpa/lno) - Kurz nach Beginn des Prozesses um den Tod des unterernährten Babys Mohamed hat das Amtsgericht Hamburg die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Während der Aussagen der angeklagten Eltern durften auf Antrag der Verteidigung am Donnerstag keine Zuhörer dabei sein. Die Staatsanwaltschaft wirft den 32 und 34 Jahre alten Angeklagten vor, den gemeinsamen Sohn fahrlässig durch Unterlassen getötet zu haben. Das Baby soll chronisch mangelernährt und stark untergewichtig gewesen sein, und die Eltern waren mit ihm seit seiner Geburt im August 2017 bis zu seinem Tod im November 2017 nie bei einem Kinderarzt.

Ausgemergeltes Gesicht sowie faltige Haut auf den Gliedmaßen und am Gesäß - so beschrieb die Staatsanwältin das Aussehen des Babys. Im Alter von drei Monaten habe der Säugling nur noch 2823 Gramm gewogen und damit weniger als bei seiner Geburt. Der schlechte Zustand des Jungen hätte sich den Eltern "aufdrängen" müssen, sagte die Anklagevertreterin.

Der Junge erkrankte an einer Dickdarmentzündung und litt unter Durchfall und Bauchschmerzen. Schließlich starb das Kind an Kreislaufversagen.

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