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Hamburg & Schleswig-Holstein Verdi-Mitglieder am UKSH: große Mehrheit für Streik

Ein Streikender trägt eine Warnweste mit dem Verdi-Logo. Foto: Christophe Gateau/dpa/Archivbild

(Foto: Christophe Gateau/dpa/Archivbild)

Es wird ernst am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein: Fast alle Gewerkschaftsmitglieder haben sich bei einer Urabstimmung für unbefristete Streiks ausgesprochen, sollte es nicht deutlich mehr Pflegepersonal geben. Jetzt ist der Vorstand des Klinikums am Zug.

Lübeck (dpa/lno) - Am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) stehen die Zeichen auf Streik. Bei einer Urabstimmung am UKSH in Kiel und Lübeck haben sich mehr als 97 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder für einen unbefristeten Arbeitskampf ausgesprochen, wie der Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi, Steffen Kühhirt, am Donnerstag sagte.

Nach einem Beschluss der Verdi-Tarifkommission werde dem UKSH- Vorstand und der Landesregierung jetzt bis zum 6. März Zeit gegeben, zielführende Vorschläge zu unterbreiten. Wenn es bis dahin kein Ergebnis gebe, werde es vom 9. März an unbefristete Streiks geben, sagte Kühhirt.

"Das Land und der Vorstand haben jetzt genügend Zeit, um einen Streik abzuwenden", sagte der Verdi-Verhandlungsführer. "Niemand will streiken müssen, aber wenn es notwendig ist, ist die Kampfbereitschaft mehr als hoch."

Klinikumssprecher Oliver Grieve sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Türen für Gespräche mit Verdi stünden weit offen, es gebe keine Denkbarrieren. "Wichtig ist aber besonders, an die kranken Menschen in Schleswig-Holstein zu denken, die gerade jetzt der medizinischen Maximalversorgung bedürfen."

Sollte sich das neue Coronavirus auch in Schleswig-Holstein ausbreiten, werde Verdi den Streik selbstverständlich aussetzen, versicherte Kühhirt. "Das Wohl der Patienten hat auch für uns Vorrang", sagte er.

Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) hofft, einen unbefristeten Streik verhindern zu können. "Für uns als Landesregierung ist das Ergebnis der Urabstimmung Ansporn, nicht nachzulassen bei unseren Anstrengungen, zeitnah gemeinsam eine Lösung zu finden", sagte sie. Die Landesregierung werde mit einem konkreten Terminvorschlag für Verhandlungen auf die Gewerkschaft zugehen.

Verdi verlangt eine Entlastung der Beschäftigten durch mehr Personal und Freizeitausgleich. "Wir fordern eine Sollbesetzung auf den Stationen", sagte Kühhirt. Das Klinikum bot bisher an, für die Pflege 182 Mitarbeiter mehr einzustellen. Verdi verlangt 420 Beschäftigte mehr, um eine angemessene Pflege zu gewährleisten. Nach Angaben des UKSH sind im Klinikum in Kiel und Lübeck insgesamt rund 3300 Pflegekräfte beschäftigt.

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