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Hamburg & Schleswig-Holstein Verein "Zebra": Mehr Menschen Opfer rassistischer Gewalt

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Kiel (dpa/lno) - In Schleswig-Holstein sind 2019 nach Angaben des Vereins "Zebra" deutlich mehr Menschen Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalttaten geworden als im Jahr zuvor. Das geht aus einem Monitoring hervor, das der von Bund und Land unterstützte Verein "Zebra - Zentrum für Betroffene rechter Angriffe" am Mittwoch in Kiel vorstellte. Demnach wurden 2019 wurden von Zebra 57 Gewalttaten registriert, von denen 113 Menschen betroffen waren. Damit stieg die Zahl der von rechter Gewalt Betroffenen im Vergleich zu 2018 um 61 Prozent.

Politische Gegner sowie Menschen, die von Rassismus betroffen sind, stellten weiterhin die beiden zentralen Betroffenengruppen dar, sagte Kai Stoltmann von Zebra. Aber auch 19 Kinder und Jugendliche waren von Vorfällen betroffen. "Gerade die wieder gestiegene Anzahl der Angriffe auf politische Gegnerinnen und Gegner macht deutlich, dass die politische Auseinandersetzung von rechten Akteuren mit hoher Schärfe geführt wird", sagte Stoltmann. Ein regionaler Schwerpunkt sei Bad Segeberg mit einem erheblichen Anstieg rechter und rassistischer Gewalttaten. Stoltmann verwies auf die Angriffe der extrem rechten Gruppierung Aryan Circle, die seit 2019 in Bad Segeberg aktiv ist.

Die Zahl der registrierten Gewalttaten stieg von 51 auf 57 und damit deutlich geringer als die Zahl der betroffenen Menschen. Die sei darauf zurückzuführen, das verstärkt Gruppen oder Familien angegriffen werden und nicht nur Einzelpersonen, erklärte Stoltmann. Die im Monitoring erfassten Gewalttaten dürften nur die Spitze des Eisberges darstellen, es sei von einem großen Dunkelfeld auszugehen.

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