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Hamburg & Schleswig-Holstein Zaun versperrt Zugang zu jüdischem Friedhof in Westerrönfeld

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Westerrönfeld (dpa/lno) - Der Hunderte Jahre alte jüdische Friedhof in Westerrönfeld (Kreis Rendsburg-Eckernförde) kann wegen eines von einer Privatperson aufgestellten Zauns nicht mehr betreten werden. Der offizielle Eingang sei seit dem 11. September versperrt und ein Zugang aktuell nicht möglich, teilte das Amt Jevenstedt der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch auf Nachfrage mit. Dadurch können im Moment auch keine Arbeiten durch den Bauhof der amtsangehörigen Gemeinde Westerrönfeld durchgeführt werden. Der Friedhof ist denkmalgeschützt. Zuvor hatte shz.de (Mittwoch) berichtet, dass der Privatmann nicht-öffentliche Grundstücksflächen, die an das Gräberfeld grenzen, von drei Seiten eingezäunt hat.

Nach Angaben des Jüdischen Museums Rendsburg wurde der Friedhof 1695 angelegt. Über lange Zeit hatte er demnach die Funktion eines Zentralfriedhofs für weite Teile Schleswig-Holsteins. Er habe eine sehr große Bedeutung für uns als Juden, aber auch für das Land, sagte die Geschäftsführerin des Verbandes Jüdische Gemeinschaft Schleswig-Holstein, Viktoria Ladyshenski, der dpa. Denn der Friedhof sei einer der ältesten jüdischen Friedhöfe im Land und einer der wenigen Zeugen jüdischen Lebens in Schleswig-Holstein.

Der Eigentümer des anliegenden Grundstückes hatte vor der Aktion nach Angaben des Amts keinen Kontakt zur Amtsverwaltung Jevenstedt oder zur Gemeinde Westerrönfeld aufgenommen. Näher bekannt sei er auch nicht. In einem Ortstermin habe der Eigentümer angegeben, durch den Zaun seiner Verkehrssicherungspflicht nachkommen und eine Baumallee schützen zu wollen. Die jüdische Gemeinschaft Schleswig-Holstein ist Besitzer des Friedhofes, aber nicht der Zufahrtsstraße.

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