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Hamburg & Schleswig-Holstein Zeugin: Mutter hortete massenhaft Arzneien

Stacheldraht sichert das Landgericht Lübeck. Foto: Rainer Jensen/Archivbild

(Foto: Rainer Jensen/dpa)

Lübeck (dpa/lno) - Die im Lübecker Misshandlungsprozess angeklagte 49 Jahre alte Mutter hat laut einer Zeugin Medikamente im Wert von mehr als einer Millionen Euro in ihrem Haus gehortet. Die hochwirksamen Arzneien seien durch unsachgemäße Lagerung teilweise verdorben und gefährlich für die Kinder gewesen, sagte eine Amtsärztin des Kreises Ostholstein am Mittwoch am Landgericht Lübeck.

Die Angeklagte soll vier ihrer fünf Kinder mit Hilfe gefälschter Arztbriefe und Atteste schwere Krankheiten wie die Bluter- und die Glasknochenkrankheit angedichtet haben. Außerdem soll sie ihre tatsächlich gesunden Kinder über Jahre hinweg gezwungen haben, den größten Teil des Tages im Rollstuhl zu sitzen.

Die Staatsanwaltschaft wirft der 49-Jährigen Misshandlung von Schutzbefohlenen und gewerbsmäßigen Betrug vor. Die Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen. Am Nachmittag sollten weitere Zeugen befragt werden.

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