Regionalnachrichten

Hamburg & Schleswig-Holstein Zwei Straßen, ein Platz: neue Fußgängerzone in Hamburg

Menschen gehen an der Kreuzung Kleine Johannisstrasse/Schauenburgerstraße über die Zebrastreifen. Foto: Georg Wendt

(Foto: Georg Wendt/dpa)

Hamburg (dpa/lno) - Hamburg bekommt in der Innenstadt vis-à-vis des Rathauses vorübergehend eine Fußgängerzone. Die Kleine Johannisstraße, die Schauenburger Straße sowie Parkplätze am Dornbusch sind vom 1. August bis Ende Oktober für den Autoverkehr tabu. Stattdessen sollen im Rathaus-Quartier fast 200 Meter zur Fußgängerzone und freie Flächen für Außengastronomie, Kultur und Veranstaltungen genutzt werden, wie die Projektleitung von "Altstadt für Alle!" am Montag in Hamburg ankündigte.

Damit das Projekt umgesetzt werden konnte, mussten die Planer den Einzelhandel, die Gastronomie, die Grundstückseigentümer, die Bezirksversammlung und die Polizei mit ins Boot holen. Die Zone werde zwar kleiner (1580 Quadratmeter) als ursprünglich geplant (5500 Quadratmeter), räumte Kommunikationschef Florian Marten nach einem Jahr intensiver Planung ein. "Aber wir sind nicht zu unterschätzen." Ein größeres Gebiet haben ihm zufolge Baustellenverkehre, Tiefgaragen-Zufahrten und Anliefer-Logistik verhindert. Dafür sei der nun ausgewählte Bereich eine echte Fußgängerzone mit Lieferverkehr nur zwischen 23.00 und 11.00 Uhr, für den es drei Lieferzonen gibt. Insgesamt fallen 54 Autostellplätze weg.

Auf mindestens 80 000 Euro belaufen sich die bisherigen Kosten, darunter Gastro-Gebühren, Technik für Lichtinstallationen, Pflanzen und Sitzmöbel. Rund 60 000 Euro steuert die Bezirksversammlung bei. "Widerstände wird es immer geben. Jetzt geht es darum, auf kleiner Fläche Neues auszuprobieren", sagte Manuel Muja, Grünen-Fraktionschef im zuständigen Bezirk Mitte. Die Projektleiter hoffen, dass die Straßenzüge in der Testphase auch nach 20.00 Uhr und am Wochenende belebt sein werden.

Nach anfänglicher Skepsis sei sie sehr angetan, sagte Sabine Falkenhagen vom Modegeschäft für Hüte und Mützen. Sie wolle Künstlern ihren Eingangsbereich anbieten. "Was sich auf dem Platz und in den Straßen ergibt, ist das Spannende", sagte Stadtplaner Rolf Kellner. Seine Mitstreiter hoffen auf ein erfolgreiches Projekt, für das es bereits "Signale" zur Weiterentwicklung gebe.

Auch im Hamburger Stadtteil Ottensen soll von September an das Zentrum testweise für sechs Monate zur Fußgängerzone werden.

Newsticker