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Hessen 1:3 in Darmstadt: Wehen Wiesbaden so gut wie abgestiegen

Die enttäuschten Wiesbadener Manuel Schäffler (vorne) und Patrick Schönfeld (l) nach der Niederlage. Foto: Hasan Bratic/dpa

(Foto: Hasan Bratic/dpa)

Auch eine Führung reicht dem SV Wehen Wiesbaden nicht für etwas Zählbares im Hessen-Derby bei Darmstadt 98. Das Team von Rüdiger Rehm braucht nun am letzten Spieltag ein mittleres Wunder, um doch noch auf den Relegationsplatz zu springen.

Darmstadt (dpa/lhe) - Trainer Rüdiger Rehm hockte mit leerem Blick am Spielfeldrand - und auch die Profis des SV Wehen Wiesbaden wirkten nach dem Knockout im Abstiegskampf fassungslos. Nach dem 1:3 (1:0) im Hessen-Derby beim SV Darmstadt 98 ist der SV Wehen Wiesbaden so gut wie sicher aus der 2. Fußball-Bundesliga abgestiegen. "Natürlich sind wir extrem enttäuscht", sagte Rehm.

Wiesbaden geht mit drei Punkten Rückstand auf den Tabellen-16. Karlsruher SC in das Saisonfinale und weist zudem die um zehn Treffer schlechtere Tordifferenz auf. Der Abstieg ist damit so gut wie besiegelt - nur noch ein Fußball-Wunder kann dem Aufsteiger helfen.

"Es ist immer noch eine theoretische Chance da. Wir werden versuchen, uns im letzten Spiel von unserer besten Seite zu präsentieren und einen ordentlichen Abschied hinzulegen. Alles andere wird man dann sehen", sagte Rehm. So richtig glaubt aber wohl niemand mehr an die Rettung. "Es fehlt die gesamte Saison über immer ein bisschen", konstatierte Rehm.

Sein Team erwischte den besseren Start, ging in der 5. Minute nach einem schönen Spielzug durch Manuel Schäfflers 19. Saisontor in Führung. "Aber dann hatte man das Gefühl, dass wir uns nicht getraut haben weiterzumachen", analysierte Rehm. "Das 1:0 hat uns nicht die Sicherheit gegeben."

Darmstadt ließ sich von dem Rückstand nicht beirren und hatte schon im ersten Durchgang mehrere gute Gelegenheiten zum Ausgleich. Die beste vergab Tobias Kempe (27.), der mit einem Foulelfmeter am starken Gäste-Keeper Heinz Lindner scheiterte. Es war bereits der dritte Elfmeter hintereinander, den die Lilien seit der Corona-Pause verschossen.

Im zweiten Durchgang drehten dann jedoch Serdar Dursun (63.) mit seinem 15. Saisontreffer sowie der Südkoreaner Seung-ho Paik (77.) und der eingewechselte Marcel Heller (86.) die Partie zugunsten der Hausherren.

Lilien-Coach Dimitrios Grammozis sprach von einer sehr intensiven Partie. "Wehen hat noch mal alles rausgehauen und uns mit seiner Aggressivität und Zweikampfstärke gerade in der ersten Viertelstunde Probleme bereitet. Aber wenn ich das ganze Spiel noch mal Revue passieren lasse, finde ich, dass der Sieg in Ordnung geht."

Für Grammozis, der sich mit dem Verein nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen konnte, war es das letzte Heimspiel als Darmstädter Trainer. "Ich bin sehr froh, dass mir die Jungs das Geschenk gemacht haben, dass ich mich hier mit drei Punkten verabschieden kann", sagte er.

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