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Hessen 21 Konzessionen für Sportwetten erteilt

Ein Mann steht vor einem Bildschirm mit der Seite eines Anbieters für Sportwetten. Foto: Carsten Rehder/dpa/Illustration

(Foto: Carsten Rehder/dpa/Illustration)

Konzessionen für Anbieter sollen Sportwetten in geregelte Bahnen lenken. Zuständig für die Vergabe ist Hessen. Doch viele Entscheidung über Anträge lassen noch auf sich warten.

Darmstadt (dpa/lhe) - Seit Beilegung eines Rechtsstreits um Sportwetten hat das Land Hessen 21 Wett-Anbietern in Deutschland Konzessionen erteilt. Sie dürfen nun legal Sportwetten anbieten. Gleichzeitig wartet eine Großteil von Antragstellern weiter auf Entscheidungen. "Es befinden sich noch weitere 35 Anträge in Bearbeitung", sagte ein Sprecher des zuständigen Regierungspräsidiums Darmstadt. Wie viel Zeit bis zu den Entscheidungen vergehen werde, sei unklar. Die Bearbeitungszeiten seien stark von der Mitwirkung der jeweiligen Antragsteller abhängig.

Hessen ist für die bundesweite Vergabe von Konzessionen zuständig. Ziel ist eine Regulierung des Sportwettenmarktes und damit ein Ende von unkontrollierten Angeboten. Künftig soll es nur Veranstalter geben, die beispielsweise den Jugend- und Spielerschutz sicherstellen. Ein juristischer Streit hatte im vergangenen Jahr die Vergabe der Konzessionen gebremst. Nach dessen plötzlichem Ende hatte das Regierungspräsidium 15 Anbietern eine Konzession erteilt.

Dass es seitdem langsamer vorangeht, liegt laut der Behörde an den Unternehmen: Während der juristischen Zwangspause habe man von den Antragstellern keine Mitwirkung verlangen können, die meisten hätten ihr Verfahren in dieser Zeit nicht weitergeführt. Mit den bereits 21 erteilten Konzessionen seien aber 87 Prozent des Sportwettmarktes reguliert.

Bei Unternehmen, die auf Zeit spielen, reagiere man: "Die Anbieter, die offensichtlich kein Interesse an dem Erlaubnisverfahren zeigen, indem zum Beispiel nur sehr zögerlich noch fehlende Unterlagen vorgelegt werden, erhalten eine Anhörung zur beabsichtigten Ablehnung des Antrags." Ablehnung wegen unzureichender Mitwirkung habe es noch nicht gegeben. Bei drei Verfahren liefen aber deswegen Anhörung.

Gegen Sportwetten-Angebote, für die kein Antrag gestellt worden sei, gehe man vor, indem man sie verbiete. Laut der Behörde sind seit Anfang 2020 insgesamt 78 solcher Verfahren eingeleitet worden. 53 Anbieter hätten sich daraufhin vom Markt zurückgezogen. 18 Untersagungen wurden ausgesprochen. 7 Verfahren würden aktuell noch bearbeitet.

"Wichtig ist nun, dass der Vollzug gegen illegale Anbieter konsequent erfolgt", erklärte Luka Andric, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Sportwettenverbands. Ebenso wichtig sei es, dass die seit Monaten anhaltende Blockadehaltung im Glücksspielkollegium aufgelöst werde und die vorliegenden Anträge zügig und pragmatisch beschieden würden, da Spieler ansonsten weiter zu illegalen Anbietern wechselten. Das Glücksspielkollegium ist ein an den Entscheidungen beteiligtes Gremium der Bundesländer. Es tagt nicht öffentlich und stand wiederholt wegen Intransparenz in der Kritik.

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