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Hessen 88 neue Corona-Fälle in Hessen

Ein Abstrichstäbchen wird in einer ambulanten Corona-Test-Einrichtung gehalten. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

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Offenbach ist derzeit der Corona-Hotspot Hessens - vor allem aufgrund von Reiserückkehrern. Der Krisenstab will am Montag tagen. Schon jetzt ruft die Stadt zum Handeln auf.

Wiesbaden/Offenbach (dpa/lhe) - Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Hessen ist am Sonntag um 88 im Vergleich zum Vortag gestiegen. Insgesamt wurden 12 117 Fälle registriert, wie das Sozialministerium am Sonntag in Wiesbaden (Stand: 14.00 Uhr) mitteilte. Die Zahl der Todesfälle, die mit der Erkrankung Covid-19 in Verbindung gebracht werden, erhöhte sich nicht und blieb zunächst bei 520.

Kritischer wird die Lage vor allem in Offenbach. Dort wurde bereits vor zwei Tage die Warnstufe von 20 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen übertroffen. Am Freitag wurde dieser Wert vom Land mit 21 angegeben, am Samstag mit 30, am Sonntag mit 36. Im Rheingau-Taunus-Kreis lag dieser Wert bei 22.

In Offenbach wurde damit die nächste Schwelle im Eskalationskonzept des Landes überschritten. Diese liegt bei 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Die Stadt selbst sprach am Sonntag von einem Inzidenzwert von 33,2 (Stand 12.00 Uhr), der aber am Montag voraussichtlich den Schwellenwert erreichen werde. Mit 65 aktiven Corona-Fällen gab es so viele Infizierte wie nie zuvor.

Das Eskalationskonzept des Landes sieht neue Einschränkungen des öffentlichen Lebens vor, wenn der Inzidenzwert von 35 überschritten wird. Sollte Offenbach sogar die Schwelle von 50 neuen Corona-Infektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschreiten, könnten erneut umfangreichere Schließung von öffentlichen Einrichtungen und Betrieben folgen. Dabei handelt es sich um Stufe vier des Eskalationskonzepts der Landesregierung.

"Welche Maßnahmen wir ergreifen werden, hängt auch davon ab, ob wir alle Infektionsketten nachvollziehen können", sagte Oberbürgermeister Felix Schwenke in einer am Sonntag veröffentlichten Stellungnahme. "Zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie ist das Virus in Offenbach voll angekommen", sagte Gesundheitsdezernentin Sabine Groß. Das Gesundheitsamt müsse immer mehr Kontaktpersonen unter Quarantäne stellen. "Diese Entwicklung zeigt, wie unberechenbar das Virus ist und wie schnell es sich immer wieder neu verbreiten kann."

Der Krisenstab der Stadt werde sich im Laufe des Montags beraten und in Abstimmung mit dem Land Hessen über konkrete Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Offenbach entscheiden, kündigte Schwenke an. "Noch kann jede Offenbacherin und jeder Offenbacher dazu beitragen, das zu verhindern", sagte der Oberbürgermeister. Er appellierte daher: "Warten Sie nicht bis zum letzten Tag auf Verbote! Verschieben Sie auch jetzt schon alle Kontakte, die Sie verschieben können, um zunächst einmal 14 Tage."

Bereits am Freitag hatte die Stadt nach Angaben des Ordnungsdezernats neue Kontrollen beschlossen. So sollte sichergestellt werden, dass sich Restaurants und andere Betriebe an die Hygienevorgaben halten und Kundenlisten vorhalten. Die plötzlich steigenden Zahlen in Offenbach gingen vor allem auf die hohe Reisetätigkeit in den Sommerferien zurück, erläuterte Stadtrat Paul-Gerhard Weiß. Nun würden mehrsprachige Handzettel mit dem Aufruf verteilt, sich nach der Rückkehr von einer Reise testen zu lassen.

Ordnungsamt und Polizei sollen das Gesundheitsamt in den nächsten zwei Wochen dabei unterstützen, Infektionsketten nachzuverfolgen. In der Gastronomie muss ein Mund-Nasen-Schutz wieder beim Eintreten und auf dem Weg zur Toilette getragen werden. Bei Verstößen gegen die Maskenpflicht müssten 50 Euro bezahlt werden. Das Führen der Gästelisten werde ebenfalls kontrolliert.

In der Statistik des Ministeriums werden nur Angaben erfasst, die von den Kommunen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in eine elektronische Datenbank eingepflegt wurden.

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