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Hessen Am Scheideweg: Hütter beschwört Charakter und Mentalität

Frankfurts Trainer Adi Hütter gestikuliert an der Seitenlinie. Foto: Marius Becker/dpa/archivbild

(Foto: Marius Becker/dpa/archivbild)

Eintracht Frankfurt steht immer noch auf einem Champions League-Platz. Doch das 0:4 in Mönchengladbach und der angekündigte Abschied von Trainer Hütter haben Spuren hinterlassen. Eine Pleite gegen Augsburg würde das große Ziel arg gefährden.

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Adi Hütter mühte sich vor dem Heimspiel von Eintracht Frankfurt gegen den FC Augsburg nach Kräften, die nach der turbulenten Vorwoche aufgekommenen Zweifel am erstmaligen Einzug in die Champions League zu zerstreuen. Der angekündigte Sommer-Wechsel des Erfolgstrainers zu Borussia Mönchengladbach und die anschließende 0:4-Pleite bei Hütters neuem Arbeitgeber haben das Selbstvertrauen der Hessen zu Beginn der Englischen Woche in der Fußball-Bundesliga erschüttert.

"Das ist unumstritten ein sehr wichtiges Spiel, in dem wir eine Reaktion zeigen wollen", sagte Hütter zum Duell mit den bayerischen Schwaben am Dienstagabend (20.30 Uhr/Sky). "Wir haben ein Ziel vor Augen. Jetzt werden sich der Charakter und die Mentalität der Mannschaft zeigen."

Einen Ausrutscher kann sich der Tabellenvierte nicht leisten, beträgt der Vorsprung auf Verfolger Borussia Dortmund doch nur noch vier Punkte. "Wir müssen Ergebnisse bringen, um weiter Druck auszuüben", forderte Hütter und betonte: "Ich bin überzeugt, dass wir Augsburg von der Qualität her schlagen können."

Nach fünfwöchiger Verletzungspause steht dabei Abwehrchef Martin Hinteregger vor seinem Comeback. "Martin hat sich komplett zurückgemeldet und ganz normal mittrainiert. Er ist eine Option", sagte Hütter. Hinteregger hatte sich Mitte März eine Oberschenkelverletzung zugezogen und dadurch sowohl die WM-Qualifikationsspiele mit Österreich als auch die vergangenen fünf Bundesligapartien der Hessen verpasst.

Unabhängig vom Personal muss die Eintracht zu ihrer Stärke zurückfinden, die sie vor der Pleite in Mönchengladbach ausgezeichnet hatte. "Wir haben jetzt einmal ganz fürchterlich gespielt", sagte Hütter. "Deswegen sollte man aber nicht vergessen, was die Mannschaft über Monate hinweg geleistet hat, und das alles wegspülen."

Ob der 51 Jahre alte Österreicher seine Startformation umbaut, ließ er offen. Denkbar erscheint, dass Makoto Hasebe für Stefan Ilsanker in die Dreierkette rückt. Auch Nationalspieler Amin Younes empfahl sich für einen Einsatz von Beginn an und könnte Luka Jovic verdrängen. "Ich werde das eine oder andere überdenken, aber nicht alles umdrehen", sagte Hütter.

Mit seiner Wechsel-Verkündung hatte der Eintracht-Trainer die Unruhe bei der Eintracht in der vergangenen Woche selbst heraufbeschworen. Die zum Teil hitzigen Diskussionen im Umfeld wird er nur mit Erfolgen wieder einfangen können. "Ich kann jegliche Enttäuschung verstehen", räumte Hütter ein. "Ich habe aber nicht das Gefühl, dass es einen Knacks in der Mannschaft gegeben hat. Ich bin überzeugt, dass wir ein anderes Gesicht zeigen als in Mönchengladbach."

© dpa-infocom, dpa:210419-99-264126/3

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