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Hessen Ämter: 57 Fälle von Gewalt gegen Lehrer binnen zwei Jahren

Eine Lehrerin eines Privatgymnasiums schreibt zu Unterrichtsbeginn den Stundenplan an die Tafel. Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild

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Wiesbaden (dpa/lhe) - In den Jahren 2017 bis 2019 sind in Hessen 57 Fälle von psychischer oder physischer Gewalt gegen Lehrer gemeldet worden. Das geht aus einer Antwort des Kultusministeriums in Wiesbaden auf eine parlamentarische Anfrage des AfD-Landtagsabgeordneten Rainer Rahn hervor. "Meldepflichtige Vorfälle dieser Art stellen in Hessen bisher Einzelfälle dar", erklärte das Ministerium. Eine Abfrage bei den Schulämtern zeige jedoch, dass an hessischen Schulen zunehmend Fälle psychischer Gewalt wie Beleidigungen und Bedrohungen gegen Lehrer vorkämen.

Das Kultusministerium gab zu Bedenken, dass aber gerade Grund- und Förderschüler meist nicht vorsätzlich handelten. "Vielmehr kommen körperliche Übergriffe zum Beispiel häufig im Rahmen von Wutausbrüchen vor." Für betroffene Lehrer gebe es ein umfangreiches Unterstützungsangebot, etwa die Kriseninterventionsteams der Schulämter.

Nach den Taten in den Jahren 2017 bis 2019 wurde in zehn Fällen eine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung erforderlich beziehungsweise angeraten, wie das Ministerium ausführte. In einem Fall habe eine Lehrkraft dauerhafte gesundheitliche Schäden davongetragen.

Lehrer in Südhessen und der Rhein-Main-Region seien stärker, Kollegen in Nord- und Osthessen weniger stark von Gewalt betroffen, erläuterte das Ministerium. Bei der körperlichen Gewalt seien Grundschulen, bei der verbalen Gewalt Gesamtschulen am häufigsten vertreten.

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