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Hessen Angehende Grundschüler mit schlechtem Deutsch müssen in Kurs

Armin Schwarz. Foto: picture alliance/dpa/Archivbild

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Wiesbaden (dpa/lhe) - Spezielle Sprachkurse für angehende Grundschulkinder mit schlechten Deutschkenntnissen werden in Hessen verpflichtend. Das beschloss der hessische Landtag am Dienstag in Wiesbaden mit den Stimmen der Regierungskoalition von CDU und Grünen. Mit den Sprachkursen sollen die Kinder fit gemacht werden, um erfolgreich am Unterricht der ersten Klasse teilnehmen zu können. "Dies ist ein substanzieller Beitrag zur Bildungs- und Chancengleichheit", sagte der CDU-Abgeordnete Armin Schwarz. Bislang war der Besuch der sogenannten Vorlaufkurse freiwillig. Jedoch folgten bei rund fünf Prozent der Kinder die Eltern nicht der Empfehlung für einen Kurs.

Vertreter aller Landtagsfraktionen waren sich darüber einig, dass eine frühe Sprachförderung hilfreich für die spätere Bildung ist. Darüber, wie dies erreicht werden kann, gingen die Meinungen jedoch auseinander. Elisabeth Kula von der Linksfraktion bemängelte, dass Land hätte besser bisherige Erfolge und Probleme der Sprachförderung im Vorschulbereich auswerten sollen, statt ein Gesetz auf den Weg zu bringen, "das auf Zwang setzt".

Die Änderungen sollen ab dem Schuljahr 2021/22 in Kraft treten. Seit der Einführung der freiwilligen Vorlaufkurse im Schuljahr 2002/03 haben nach Angaben der CDU rund 170 000 Kinder das Angebot wahrgenommen. 97 Prozent von ihnen hätten daraufhin erfolgreich an der ersten Klasse teilnehmen können.

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