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Hessen Anwältin vermisst nach Drohungen Unterstützung des Landes

Seda Basay-Yildiz, Rechtsanwältin, steht in ihrem Büro. Foto: Boris Roessler/dpa

(Foto: Boris Roessler/dpa)

Frankfurt (dpa/lhe) - Die Frankfurter Anwältin Seda Basay-Yildiz, die mehrere rechtsextreme Droh-Schreiben mit der Unterschrift "NSU 2.0" erhalten hat, beklagt eine mangelnde Unterstützung durch das Land Hessen. "Die Polizei empfiehlt mir, dass ich mein Haus noch sicherer machen soll, aber das kostet Geld. Warum soll ich das bezahlen? Bin ich daran schuld, dass jemand in der Polizei Daten über mich abruft und diese dann veröffentlicht werden?", sagte Basay-Yildiz der "Frankfurter Rundschau" (Donnerstag). "Ich werde dem hessischen Innenminister Peter Beuth die Rechnung schicken. Ich finde, dass das Land das bezahlen muss."

Der Verfasser der Drohschreiben hatte persönliche Daten von Basay-Yildiz verwendet, die nicht öffentlich zugänglich sind und von einem hessischen Polizeicomputer abgefragt wurden. Die Ermittlungen dazu sind bislang erfolglos geblieben. Basay-Yildiz hat vor kurzem eine Belohnung von 5000 Euro für Hinweise auf den Täter versprochen.

Unter anderem auch die Kabarettistin Idil Baydar und die hessische Linken-Landtagsfraktionschefin Janine Wissler haben rechtsextreme Drohschreiben bekommen. "Wir waren alle überrascht, wie unzureichend ermittelt worden ist", sagte Wissler der Zeitung. "Die Daten von Idil Baydar und mir sind in Wiesbadener Revieren abgefragt worden. Es gab weder Durchsuchungen noch wurden Handys sichergestellt." Baydar sagte der "FR": "Es ist für mich kein Fall, bei dem schlampig gearbeitet wurde. Das wurde ganz klar unter den Tisch gekehrt."

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