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Hessen Armutsgefahr in Hessen erneut über Bundesschnitt

Die Schatten einer erwachsenen Person und eines Kindes sind zu sehen. Foto: Matthias Hiekel/zb/dpa/Illustration

(Foto: Matthias Hiekel/zb/dpa/Illustration)

Wiesbaden (dpa/lhe) - Die Armutsgefahr in Hessen ist auch im vergangenen Jahr im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich hoch gewesen. Wie das Statistische Landesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte, waren 16,1 Prozent der Menschen von Armut bedroht und damit 0,3 Prozentpunkte mehr als 2018. Als Haupt-Risikofaktor erwies sich die Arbeitslosigkeit. Auch Alleinerziehende und Menschen mit Migrationshintergrund seien einem überdurchschnittlich hohen Armutsrisiko ausgesetzt. Insgesamt habe Hessen das zweite Jahr in Folge etwas über dem Bundesdurchschnitt gelegen. Im Vergleich der deutschen Großstädte stieg das Armutsrisiko in Hessens größter Stadt Frankfurt überdurchschnittlich an.

Mit Blick auf die Altersgruppen sind junge Menschen im Alter von 18 bis 25 Jahren mit 25,9 Prozent am stärksten von Armut bedroht - und hier sind junge Frauen mit einer Quote von 28,2 Prozent stärker betroffen als die gleichaltrigen Männer (23,8 Prozent). Das geringste Risiko (11,3 Prozent) bestand bei den 50- bis unter 65-Jährigen. Bei den über 65-jährigen Menschen waren 15,9 Prozent von Armut bedroht.

Bei den Haushaltstypen lag die Quote der Armutsgefährdung bei den Alleinerziehenden mit 43,0 Prozent besonders hoch. Singles waren mit 25,6 Prozent und Paare mit einem Kind mit 8,7 Prozent betroffen, bei Paaren mit zwei Kindern lag die Quote bei 12,7 Prozent. "Erst ab einer Kinderanzahl von 3 näherte sich das Armutsrisiko von Paarfamilien (35,4) dem Alleinerziehender an", hieß es in der Mitteilung.

Bei der Erhebung des Armutsrisikos legen die Statistiker das Haushaltseinkommen zugrunde. Wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet.

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