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Hessen Betrügereien mit Enkeltrick: Bewährung

Eine modellhafte Nachbildung der Justitia. Foto: Volker Hartmann/dpa/Archivbild

(Foto: Volker Hartmann/dpa/Archivbild)

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Wegen Betrügereien mit der Enkeltrick-Masche und überteuerter Teppichreinigungen sind zwei Männer in Frankfurt zu Bewährungsstrafen von jeweils einem Jahr verurteilt worden. Ein entsprechendes Urteil des Amtsgerichts wurde am Mittwoch vor dem Landgericht rechtskräftig, nachdem die Staatsanwaltschaft ihre Berufung zurückgenommen hatte. (AZ 4870 Js 207653/19)

Die beiden Angeklagten im Alter von 22 und 32 Jahren hatten 2018 durch eine Zeitungsannonce eine demenzkranke 90-Jährige dazu gebracht, drei Orientbrücken reinigen zu lassen. Sie kassierten von der völlig überforderten Rentnerin 3500 Euro für die "Komfortreinigung" und brachten die Teppiche drei Tage später klatschnass und ebenso schmutzig wie vorher wieder zurück. Die Tochter der Seniorin verständigte die Polizei.

Kurze Zeit später suchten die Männer nach altmodisch klingenden Namen im Telefonbuch, hatten jedoch Pech: "Alfred" war gerade erst 50 Jahre alt und hatte bei dem Telefonat die Enkelmasche schnell durchschaut. Gemeinsam mit einem benachbarten ehemaligen Polizeikommissar wurde eine Übergabe der angeblich dringend benötigten 19 000 Euro initiiert, bei der die Polizei leichten Zugriff hatte.

Der Staatsanwalt sprach im Prozess zwar von einer "absoluten Schweinerei", gab sich dann allerdings doch mit den Bewährungsstrafen aus erster Instanz zufrieden. Der ältere Angeklagte hatte zuvor 1000 Euro seinem Verteidiger zur Wiedergutmachung des Schadens übergeben.

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