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Hessen Bilanz nach Einsatz autonomer Minibusse in Frankfurt

Das selbstfahrende Fahrzeug

(Foto: Andreas Arnold/dpa/Archivbild)

Auf einem Klinikgelände in Wiesbaden, am Frankfurter Mainufer oder bald am Schloss Eberbach. An verschiedenen Orten in Hessen werden selbstfahrende Minibusse getestet. Die Macher zeigen sich zufrieden - und sehen viele Entwicklungsmöglichkeiten im öffentlichen Verkehr.

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Mehr als 25 000 Fahrgäste haben in den letzten acht Monaten die autonomen Minibusse am Frankfurter Mainkai genutzt. "Die ersten Erfahrungen die wir gesammelt haben waren durchweg positiv", sagte der Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV), Knut Ringat, am Dienstag. Insgesamt hätten die beiden selbstfahrenden kleinen Busse des Projekts "Easy" über 6600 gefahren Kilometer auf der 700 Meter langen Strecke zurückgelegt.

Nun zieht das Projekt weiter: Ab dem Spätsommer sollen die autonomen Fahrzeuge auf dem Gelände von Schloss Eberbach im Rheingau eingesetzt werden. "In den kommenden drei Jahren planen wir viele weitere Tests mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen", sagte Ringat. Auch in Wiesbaden wurde bereits ein autonom fahrender Minibus getestet - als Shuttle auf dem Gelände der Helios-Kliniken. Dort legte das Fahrzeug in drei Wochen 230 Kilometer Strecke zurück. Fast 900 Menschen fuhren mit.

In Frankfurt bot der derzeit für Autos gesperrte Mainkai den Platz für die rund 700 Meter lange Teststrecke, auf der die elektrisch betriebenen Busse mit jeweils sechs Sitzplätzen pendelten - maximal mit 15 Stundenkilometern. Zur Sicherheit mit an Bord waren sogenannte Operatoren, eigens geschulte Mitarbeiter.

Die Busse hätten die Testphase ohne Probleme gemeistert, und dass trotz der Fußgänger, Radfahrer oder E-Scooter-Fahrer, die am Mainkai unterwegs gewesen seien, sagte Tom Reinhold von der städtischen Nahverkehrsgesellschaft traffiQ. Die meisten Fahrgäste seien aus Neugier zugestiegen "Laut der begleitenden Umfrage der Frankfurter University of Applied Sciences berichten ganze 93 Prozent, dass sie sich während der Fahrt sehr sicher gefühlt haben. 94 Prozent würden sogar ohne Operator mitfahren."

Unsere Mitarbeiter hätten bei der Betreuung dieser Fahrzeuge viel über die Technik gelernt, "was wir auch für den Betrieb unserer U- und Straßenbahnen nutzen können", sagte der Geschäftsführer der Frankfurter Verkehrsgesellschaft Michael Rüffer. Das Projekt zeige welche Innovationskraft im öffentlichen Verkehr stecke. Und: "Das ist erst der Anfang, da wird noch viel Interessantes herauskommen."

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