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Hessen Bildungsmonitor: Hessen im Ländervergleich auf Platz zehn

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Im Länderranking einer arbeitgebernahen Initiative zum Thema Bildung landet Hessen im unteren Mittelfeld. Die Experten klopften mehr als 90 Indikatoren ab. Sie sehen bei vielen Punkten Luft nach oben.

Wiesbaden (dpa/lhe) - Hessen hat einer aktuellen Bildungsstudie zufolge Defizite beim Fremdsprachenunterricht und bei der Lehrer-Schüler-Relation. Eine der Stärken sei dagegen, dass im Vergleich zu anderen Bundesländern wenig ausländische Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen. Das geht aus dem Bildungsmonitor 2019 der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) hervor, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde.

Im Länderranking landet Hessen wie bereits im Vorjahr auf Platz 10. Spitzenreiter ist Sachsen vor Bayern und Thüringen. Auf den letzten Plätzen stehen Bremen, Brandenburg und Berlin. Die Bundesländer werden in der Studie anhand von 93 Indikatoren miteinander verglichen - zum Beispiel, wieviel Geld pro Schüler ausgegeben wird oder wie das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern ist. Als 2013 diese Indikatoren erstmals eingesetzt wurden, kam Hessen ebenfalls auf Platz 10.

Wo liegen nach dem Urteil der aktuellen INSM-Studie in Hessen die Stärken und Schwächen?

Ganztagsbetreuung der Kleinen

Als überdurchschnittlich bewerten die Experten, wie häufig Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren in Hessen betreut werden. Mehr als 51 Prozent dieser Altersgruppe werde ganztags betreut, bundesweit seien es knapp 46 Prozent.

Ausbildung Kita-Personal

In Hessen hatten 2018 rund 11,7 Prozent der Erzieherinnen in Kindertagesstätten einen akademischen Abschluss. Dies ist laut Studie der höchste Wert im Bundesländerranking. Deutschlandweit waren es gut sieben Prozent.

Ausländer

In Hessen gehen mit 10,3 Prozent deutlich weniger ausländische Schüler ohne Abschluss von der Schule als bundesweit (18,1 Prozent). Hessen erreicht in diesem Punkt den niedrigsten Wert aller Bundesländer.

Fremdsprachen

Im Ländervergleich wenige Grundschüler seien 2017 in einer Fremdsprache unterrichtet worden. Während es bundesweit 65,7 Prozent waren, lag die Quote in Hessen bei 48,8 Prozent. Auch der Anteil der Berufsschüler, die eine Fremdsprache lernen, war unterdurchschnittlich. Hier sehen die Autoren der Studie Nachholbedarf.

Betreuungsrelation

An den weiterführenden Schulen der Sekundarstufe I (ohne Gymnasien) weist Hessen mit 14,6 die schlechteste Lehrer-Schüler-Relation aller Bundesländer auf, wie aus der Studie hervorgeht. Auch in der Sekundarstufe I der Gymnasien liegt Hessen mit 16,5 deutlich über dem bundesweiten Schnitt von 14,9.

Vom Verband Familienunternehmer kam umgehend Kritik: "Hessen schafft es schon das dritte Jahr in Folge, sich bildungspolitisch nicht vom Fleck zu bewegen", kritisierte Dirk Martin, Landesvorsitzender des Verbands in Hessen. Um die Lehrkräfte an den Schulen zu entlasten, sollten Schulen auch offen dafür sein, externe Experten im Rahmen von Projekttagen mit in den Stundenplan einzubinden, forderte er.

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