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Hessen Eine Million Euro Corona-Hilfe für Jugendherbergsverband

Ein Schild weist den Weg zu einer Jugendherberge. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv/Symbolbild

(Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv/Symbolbild)

Kurzarbeit, Hygienekonzepte und Umsatzverluste sind auch für die Jugendherbergen in Hessen ein Thema. Der zusammengebrochene Reisemarkt erfasst auch Klassenfahrten und Familienfreizeiten.

Wiesbaden (dpa/lhe) - Mit Mitteln in Höhe von einer Million Euro hat das Land Hessen im Mai den hessischen Landesverband des Deutschen Jugendherbergsverbands (DJH) im Rahmen der Corona-Soforthilfe unterstützt. Das geht aus einer Antwort des Sozialministeriums auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion im Landtag hervor. Zudem nutze der Landesverband die Möglichkeiten des Kurzarbeitergelds, hieß es zur Situation der hessischen Jugendherbergen während der Pandemie. Die genaue Höhe sei der Landesregierung nicht bekannt.

Für die weitere finanzielle Unterstützung der Jugendherbergen gebe es derzeit zwei Bundesprogramme, hieß es weiter. Dabei sehe das Sonderprogramm "Kinder- und Jugendbildung, Kinder- und Jugendarbeit" für den Zeitraum April bis Dezember Hilfen als nicht rückzahlbare Zuschüsse vor.

Und wie sieht die Lage aus der Sicht der Jugendherbergen aus? Ein Sprecher des DJH-Landesverband Hessen ging davon aus, dass in diesem Jahr von einem Verlust von etwa einer halben Million Übernachtungen auszugehen ist. Wenn die Belegungen nun nicht auf Grund der aktuell wieder steigenden Corona-Zahlen komplett einbrechen, sollten am Ende des Jahres etwa 150 000 Übernachtungen im Jahr 2020 zusammenkommen.

"In Bezug auf die wirtschaftlichen Schäden gehen wir weiter von einem Umsatzverlust von 18 bis 19 Millionen Euro aus", sagte der Sprecher. Der Vorjahresumsatz lag den Angaben zufolge bei 24 Millionen Euro.

Kurzarbeit sei weiterhin ein Thema, die Kurzarbeitsverträge mussten den Angaben zufolge bis in das kommende Jahr verlängert werden müssen. Zudem seien die Häuser im Winter ohnehin weniger ausgelastet als in den Sommermonaten, "so dass wir mit hoher Wahrscheinlichkeit den Kurzarbeiteranteil wieder deutlich hochfahren werden", sagte Verbandssprecher Knut Stolle.

Immerhin konnte der Verband auch auf gewisse Rücklagen zurückgreifen, die ursprünglich für den Neubau der Jugendherbergen Marburg und Rüdesheim aufgebaut wurden. "Diese Rücklage brauchen wir aktuell weiter auf, die Neubauprojekte liegen weiterhin auf ungewisse Zeit auf Eis."

Der Verband hoffe, die Krise überstehen zu können, wenn im kommenden Jahr wieder mit Klassenfahrten zu rechnen sei, die bis zum 31.1.2021 für hessische Schulen noch untersagt sind. Ohne weitreichende Veränderungsprozesse werde es aber wohl nicht gehen: "Die drei Häuserschließungen zum Ende des Jahres 2020 sind weiter unumgänglich und wir können auch nicht ausschließen, dass weitere Einschnitte notwendig sein werden. Alles ist abhängig von den Entwicklungen in der Pandemie und auf dem Reisemarkt."

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