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Hessen Gebeutelt und dezimiert: Darmstadts misslungener Saisonstart

Darmstadts Torwart Morten Behrens (l-r), Darmstadts Benjamin Goller und Clemens Riedel stehen nach dem Spiel auf dem Spielfeld. Foto: Uwe Anspach/dpa

(Foto: Uwe Anspach/dpa)

Erst Corona-Fälle, dann weitere Isolationen und nun auch noch ein sportlicher Rückschlag: Für Darmstadt 98 läuft es dieser Tage nicht gut. Der neue Trainer Lieberknecht hat eine Menge Arbeit vor sich.

Darmstadt (dpa/lhe) - Es war der deprimierende Abschluss einer gebrauchten Woche: Der personell schwer gebeutelte Zweitligist SV Darmstadt 98 hat sein erstes Saisonspiel am Samstag zu Hause mit 0:2 (0:1) gegen Jahn Regensburg verloren, nachdem am Mittwoch erst drei Spieler positiv auf das Coronavirus getestet und danach fünf weitere Profis in Quarantäne geschickt wurden. "Wir wissen, dass da ein paar wichtige Jungs fehlen, haben aber auch gesehen, wer alles auf dem Platz steht", sagte Kapitän Fabian Holland zum Ausfall von einem Dutzend Spielern - vier konnten verletzt nicht dabei sein.

"Wir wussten, dass es aufgrund der Personalsituation schon vom Start weg ein schwieriges Spiel war", sagte Trainer Torsten Lieberknecht und räumte damit ein, dass die Ausfälle durchaus Auswirkungen auf die Partie hatten. Die Verteidiger Patric Pfeiffer und Frank Ronstadt sowie Mittelfeldspieler Braydon Manu haben sich mit Corona infiziert, wie der Verein vor dem Regensburg-Spiel öffentlich machte.

Die Namen der fünf Spieler in häuslicher Quarantäne ließ der Verein bislang trotz übereinstimmender Medienberichte nicht verlauten. "Jeder hat seine Persönlichkeit und Meinungsfreiheit und trifft seine eigene Entscheidung", erklärte Lieberknecht dazu. "Ich habe selber schon mit meiner Familie Corona gehabt und brauche es nicht noch einmal", erzählte der Trainer zu einer eigenen Erfahrung.

Der 47-Jährige haderte am Samstag auch mit dem Spielverlauf. "Wir haben uns für eine starke Anfangsphase nicht belohnt", sagte der Chefcoach. So entstand auch die 1:0-Führung der Oberpfälzer vor den 4000 Zuschauern durch Sarpreet Singh (21.) aus dem Nichts. Und auch mit Schiedsrichter Nicolas Winter waren die Südhessen nicht zufrieden.

"Viele 50:50-Entscheidungen sind gegen uns gefallen", kritisierte Innenverteidiger Jannik Müller. Trainer Lieberknecht sagte zu der Situation vor dem 2:0 durch Benedikt Gimber (61.), in der mit Emir Karic ein Darmstädter Spieler verletzt liegengeblieben war: "Es gab ähnliche Situationen davor, die der Schiedsrichter unterbunden hat, wo es Tor-ungefährlicher war."

Für die Lilien geht es am kommenden Freitag beim Karlsruher SC (18.30 Uhr) weiter. Dann wohl auch wieder mit Neuzugang Morten Behrens im Tor, der den ausgerufenen offenen Konkurrenzkampf durch Schuhens Ausfall erst einmal für sich entschieden haben dürfte. "Er hat erst einmal das komplette Vertrauen. Ihn gilt es jetzt zu stärken", sagte Lieberknecht - und ergänzte, Schuhen werde "alles dafür tun, dann wieder ins Tor zu kommen".

Die personelle Situation wird aber erneut nicht einfach sein. "Wir wissen, dass auch die nächsten Spiele eine Herausforderung sind. Es wird mit Sicherheit noch zwei, drei Spiele dauern, bis alle Spieler ihre richtige Fitness haben", ordnete Lieberknecht ein.

© dpa-infocom, dpa:210724-99-510129/3

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